Full text: Böckler, Georg Andreas: Theatrum machinarum novum, Das ist

Pomppen-Werck.
oder drey und nicht vier Gewicht-Balcken/
nach obiger vielfältiger Erinnerung/ ange-
ordnet werden. Wie aber die Pomppen-Stan-
ge durch G. und H. auf-und abgeführet werden
ſolle/ wird der geübte Künſtler im Werck er-
fahren/ ob dieſes nach deſſen Erfinders Mei-
nung angehen könne oder nicht/ welches durch
ein klein Model leichtlich kan probieret werden/
und begehren wir hierinnen niemanden zu ta-
deln/ ſondern verlangen eine beſſere Meinung
darvon zuvernehmen.

0040-01

100. Die XCIV . Figur.
Ein doppeltes Pomppen-Werck.

DIeſes iſt ein ſchönes Pomppen-Werck/
kan nach Gelegenheit des Orts/ bey ei-
nem Waſſer-Fall angeordnet/ und das Waſſer
eine groſſe Höhe damit getrieben werden/ hat
ſeine Bewegung von etlichen Kam-Rädern/
welche ſich zur Auff-und Niederziehung der
Pomppen inſonderheit wol ſchicken/ und hat
das groſſe Waſſer-Rad/ zu beyden Seiten an
ſeinem Wellbaum ein Kam-Rad/ da das eine
(in der Figur) mit A. das andere mit B. bezeich-
net: Jedes Kam-Rad hat vier und zwantzig
Käm/ und treibet ein jedes einen Kumpff/ ſo
ſechs Sproſſen oder Spindeln hat/ die Kümpffe
haben an dem andern Endeihres Wellbaums
noch einen in gleicher Gröſſe/ der eine mit E.
der ander mit F. bezeichnet/ und gehen in zweyen
langlechten/ und inwendig gezahnten Rädern
G. H. ſo bey nahe Oval/ jedoch auff beyden
Seiten L. und I. ſtrack ſeyn/ alſo/ daſs ſie durch
gemelte Kümpff ſtracks überſich und unterſich
getrieben werden/ und wann ſie in der Höhe
ſeyn/ gehen ſie ein wenig über eine Seiten/ biſs
die andern Zähne von gedachtem Kumpf er-
greiffen werden/ und gehen alsdann wiederum
ſtracks herab/ damit/ wie gemeldet/ die Zieger
getrieben werden.

Dieweil aber dieſe lange Räder nicht her-
um/ ſondern allein auff-und abgehen/ ſo müſſen
ſie mit den zweyen halben Waltzen M. und N.
auffrichtig gehalten werden/ welches auff nach-
folgende Weiſe geſchehen kan/ nemlich: Aus-
wendig vor den langen Rädern gehet noch ein


Kumpff/ und an demſelbigen Wellbaum/ da
die andern an ſeyn/ der greifft zwey Räder O.
und P. daran die beyde halbe Waltzen befeſti-
get/ welche alſo gerichtet/ daſs/ wann die eine
ihre Rundung oder den Bauch/ zu dem langen
Rad zuwendet/ ſo kehret ſich die andere darvon
ab/ damit dann das lange Rad von einer Sei-
ten zu der andern gegen dem Kumpff E. ſo dar-
ein gehet/ gewieſen/ und/ wie gemeldet/ auff-
richtig gehalten wird.

Nota. Damit man aber den motum oder die
Bewegung des gantzen Wercks/ beſſer ſehen
und verſtehen möge/ ſeynd die Räder M. und N.
auff der einen Seiten in der Figur nicht geſe-
tzet worden. Iſt aber zu vollkommenem Be-
richt über diſs Werck die Pomppe mit den Ven-
tilen beygefügt/ und umſtändig zuerſehen.

0040-02

101. Die XCV . Figur.
Ein vierfaches Pomppen-Werck.

DIeſes Pomppen-Werck/ kan/ nach Ge-
legenheit des Lands/ an einem flieſſen-
den Waſſer angeordnet werden/ und
wird des groſſen Waſſer-Rads A. Wellbaum
B. ſechs-oder achteckicht gemacht/ werden an
deſſen Seiten Heb-Arme C. gemacht/ welche
die Pomppen-Stange D. D. D. auffheben und
wiederum fallen laſſen/ welche das Waſſer
durch E. E. E. E. alsdann ferner in den Waſſer-
Kaſten F. erheben.

Nota. Wann man den Waſſer-Fall/ oder
ein ander flieſſend Waſſer nicht haben kan/
mag man/ an ſtatt des Waſſer-Rads/ ein
Trett-Rad anordnen.

0040-03

102. Die XCVI . Figur.
Ein vierfaches Pomppen-Werck.

DIeſes Pomppen-Werck wird/ aus
Mangel Waſſer/ durch ein Trett-Rad
A. regieret/ und hat des Trett-Rads Well-
baum/ gekröpffte Arme B. B. welcher Kröpf-
fungen die Pomppen-Stangen C. C. C. C.
auff-und abziehen: und dardurch das Waſſer
in den Deicheln D. D. D. D. überſich erhe-
ben/ und in die Waſſer-Käſten E. E. ausgieſſen.

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