Full text: Böckler, Georg Andreas: Theatrum machinarum novum, Das ist

Ochſen-und Waſſer-Mühlen.
greiffet das Waſſer-Rad I. mit denen an den
Wellbaum befeſtigten Spindeln in den Kam
oder überſich ftehende Zapffen des Horizontal
liegenden Rads O. ein/ welches ferner den Tril-
lis L. ſampt dem Mühlſtein A. umführet/ alſo
keiner weitern Beſchreibung von nöthen hat; Nur iſt hiebey zu wiſſen/ daß man die Gröſſe/
oder den Umkreiß des liegenden Rads/ O. wol
proportionire, und mit ſeinen Zähnen gegen
den Spindeln/ bey D. recht anordinire/ und
dardurch den Umlauff nicht gar zugeſchwind/
oder zu langſam vollführe/ und wird die pro-
portion
ſolcher Abtheilung und Beſchreibung
nicht allein in dieſen Figuren/ ſondern allen an-
dern/ aus ſonderbaren beweglichen Urſachen/
mit Fleiß ausgelaſſen und übergangen/ alſo
ohne Noth fernere Weitläufftigkeit darvon zu
machen.

0027-01

50. Die XLIV . Figur.
Eine doppelte Waſſer-Mühl.

DIeſe Mühl hat zwey liegende Waſſer-
Räder/ ſo zweyerley Gattung B. D.
und können dieſelbe von dem Künſtler/
nach Belieben und des Orts Gelegenheit/ wo
man anders die beyde Waſſer-Käſten F. und G.
ſampt dem Waſſer-Fall M. und L. haben kan/
nützlich angeordnet werden/ und wird das
Waſſer aus dem Kaſten F. und G. durch die Ca-
nal A. und E. geführet/ und der Ablauff des
Waſſers nach Gelegenheit des Orts unter den
Rädern hinweg geleitet/ die beyde Mühlſteine
I. und K. werden durch C. und H. umgetrieben/
können daſelbſten mit Riegeln eingeſetzet/ auff-
und nieder gelaſſen werden.

0027-02

51. Die XLV . Figur.
Eine Waſſer-Mühl.

DIeſe Mühl hat ein Waſſer-Rad/ B. ſo
durch einen Waſſer-Fall von oben herab/
nach des Orts Gelegenheit getrieben wird/ und
iſt an dem Wellbaum F. das auff der Seiten
gezahnte Rad/ C. angeordnet/ welches in die
Spindeln D. mit ſeinen Zähnen eingreiffet/ und
damit den überſich ſtehenden Wellbaum I.


ſampt dem Mühlſtein G. umführet/ wie auch
die Bewegung des Beutels H. durch den Ste-
cken bey E. verurſachet.

0027-03

52. Die XLVI . Figur.
Eine Waſſer-Mühl.

DIeſe Mühl iſt faſt der vorigen in dem
Getrieb gantz gleich/ nur iſt der Unter-
ſchied hierinnen/ wo man den nat{uo}rli-
chen Fall des Waſſers nicht haben kan/ daß
man ein doppel-oder einfaches Druckwerck/
wie manbey den zweyen Stiefeln G. und H. ſte-
het/ anordnet/ durch welche hernach das Waſ-
ſer durch I. in den Canal A. treibet/ und dar-
durch das Rad B. ſampt den übrigen C. D. E.
F. G.
umtreibet.

Nota. Hierbey iſt zu mercken/ daß man an-
fänglich das Rad/ weilen daſſelbe keinen Waſ-
ſer-Fall hat/ durch einen andern Trieb ſo lang
umtreiben muß/ biß daß daſſelbige das noth-
wendige Waſſer/ durch das Druck-Werck in
die Höhe/ und alſo dardurch daſſelbige Waſſer-
Rad/ in Gang gebracht wird/ denn es vermei-
net der Inventor dieſes Wercks/ das herab fal-
lende Waſſer allezeit/ durch das Druck-
werck/ wiederum hinauff zuheben/ und ſol-
ches/ ſo lang man Waſſer haben kan/ zu con-
tinuirn,
die Proba hinein zu thun/ wird ſich in
Verfertigung dieſes im Werck ſelbſten erwei-
ſen/ wie lang dieſe Bewegung wären möchte.

0027-04

53. Die XLVII . Figur:
Eine Waſſer-Mühl.

DIeſe Mühl iſt an einem Fluß/ auff fla-
chem Lande/ anzuordnen/ wo man den
Waſſer-Fall von oben herab nicht haben kan/
hat ein unterſchlechtiges Waſſer-Rad E. wel-
ches durch ſeinen Wellbaum D. das auff die
Seiten gezahnte Rad T. ſampt deſſen Trillis I.
mit dem Mühlſtein H. umtreibet/ und kan
durch die Hebſtange A. mit dem angehengten
Gewicht B. der Mühlſtein/ auff-und nieder
gelaſſen werden/ je nach deme man das Meel/
oder was man mahlen will/ grob oder rein
haben will.

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