Volltext : Reimarus, Hermann Samuel: Allgemeine Betrachtungen über die Triebe der Thiere, hauptsächlich über ihre Kunsttriebe

8  Cap.  Der  Alten  Meynung
204
re  Werkzeuge  der  Künste,  hinterläßt  seine
Betrachtungen  schriftlich,  so  wie  er  sich  noch
auf  die  Weise  mit  dem  Platone,  Aristotele
und  Hippocrate  unterreden  kann.
schicken  sich  denn  die  Hände  für  den  Menschen, =
  als  ein  weises  Thier,  am  besten.  Denn
er  ist  darum  nicht  das  weiseste  Thier,  weil  er
Hände  hat,  wie  Anaxagoras  sagte,  sondern
er  hat  deßwegen  Hände,  weil  er  der  weiseste
ist,  wie  Aristoles  mit  völligem  Recht  behauptet. =
  49  Denn  die  Hände  haben  den
Menschen  die  Künste  nicht  gelehret,  sondern
die  Vernunft;  die  Hände  sind  nur  das
Werkzeug  der  Künste.  Wie  also  weder  die
Leyer
So  urtheilet  ARISVOTELES  reoi  Qooy  Cogiov
lib.  IV.  cap.  10.  T.  II.  Opp.  p.  559.  fin.  sq.  welcher
auch  lib.  I.  de  anima  c.  4.  die  Seelen=Wanderung
daher  verwirft,  weil  ein  jeder  Leib  nicht  einer
jeden  Seele  Wohnhaus  (und  Werkzeug)  seyn  könne.
PLUTARCHUS  regi  QthoenOias,  T.  II.  Opp.  pag.
478.  D.  E.  bestraft  den  Anaxagoras  um  dieser
Meynung  Willen,  fast  mit  eben  den  Worten.
Nachdem  er  gesagt,  ναρανοpαv  &y  rois  zepoi  ry
airiav  ridedas  ris  avoourivns  cu(pius  xaj  quvéceus,
so  fügt  er  hinzu:  a  ToUTOU  uèv  éotxey  &Ndes
avaj  rôuvavriov,  òv  yog  ort  gegus  &ev  dvdwros,
COOéTUroV,  dNX  (7t  QUget  Noytxèv  i  naj  reyvixv,
de7čvv  uoe  roiobrWy  Frugev.  GALENUS  deU.P.
lib.  1.  cap.  4.  spricht  artig,  die  Hand  sey  des  Menschen =
  Werkzeug  vor  allen  andern  Werkzeugen,
und  die  Vernunft  enthalte  die  Kunst  vor  allen
andern  Künsten.  Siehe  eben  denselben  lib.  IX.
cap.  14.
            
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