Volltext : Reimarus, Hermann Samuel: Allgemeine Betrachtungen über die Triebe der Thiere, hauptsächlich über ihre Kunsttriebe

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von  den  Kunst=Trieben.
Der  Verstand  der  Thiere  läße  keinen  unnützen =
  und  eitelen  Künsten  Platz,  aber  er
bringt  die  nohtwendigen  alsobald  aus  sich
selbst,  als  echte  und  angeborne  Künste,  hervor, =
  die  nicht  von  andern  eingeführt,  noch
um  Sold  gelehret,  noch  durch  fleißiges
Nachdenken  aus  aneinander  hängenden
Lehrsatzen  zusammen  gesetzt  werden  dürfen.
Man  sagt  zwar,  daß  alle  Menschen  in
Egypten  Aerzte  sind;  aber  das  ist  viel  wahrer, =
  daß  ein  jedes  Thier  von  selbst  nicht
allein  die  Geneskunst,  sondern  auch  die
Kunst  sich  zu  nahren,  zu  kampfen,  zu  jagen,
sich  zu  verwahren,  und  so  viel  von  der
Musik,  als  eines  jeden  Natur  zukommt,  besitze. =
  —  Wollte  man  sagen,  daß  die  Natur =
  in  der  That  die  Lehrmeisterinn  dieser
Künste  sey;  so  giebt  man  ja  dadurch  den
vornehmsten  und  zugleich  weisesten  Ursprung
von  dem  Verstande  der  Thiere  an.  Will
man  diesen  nicht  Vernunft  oder  Verstand
heissen:  so  sehe  man  sich  nach  einem  noch
schönern
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