Full text: Besson, Jacques: Theatrum oder Schawbuch allerley Werckzeug und Rüstungen

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43. Des Authoris Propoſition zu der
13. Figur.

Ein newe Rüſtung groſſe Bäum zu verſegen/ mit welcher durch zwen Werckmänner/ ſo vil verr [?] ichtet
wirdt/ ſo vil ſonſten auff die gemeine weiß/ in mangel eins flieſſenden Waſſers/ jhrer acht nicht ver-
richten könten/ ſo ferr [?] nur dieſelbe auff einem nidrigen Ort angeſtelt wirdt/ da die Bäum auff der
ebne können hin vnd her gezogen werden.

44. Erklerung dieſer 13. Figur.

DIeſer Machine oder Wercks gebew/ iſt vom Auffgang gegen dem Nidergang gerich-
tet/ vnd beruhet auff vier par Höltzern/ die man Zwılling nennen möchte: deren die zwey gröſſeſten/
vnd an der zahl die dritten/ ſein lang 1. Menſ. 12 Part. Zwiſchen diſen ſein zwen gleiche Arm/ die wer-
den bewegt auff zweyen Angeln/ durch welche die Arm durchgeſtoſſen ſein: Die Angel aber ſein von
der Baſi oder Grund 1. Menſ. 12 Part. Von dem ende der Arm/ ſo gegen Auffgang reichen/ hangen
die Segpletter/ deren theil/ welcher durch die Arm außgehet/ muß ſeine bewegung haben. Die Seg-
pletter werden zuſamen gehalten durch ein viereckicht loch/ das da von jhrent euſſerſten theil gegen
Mittnacht iſt/ 1. Menſ. 2. Part. Die vbrigen dinge gehören alle zu der bewegung vnnd ſein fleiſſig zubetrachten. Gegen
dem Nidergang ſein zwey Reder/ deren das eine iſt ſichtbar/ das andre an diſem gemäld etwas vnſichtlich. Die geſtale
der Are diſer zweyer Reder iſt die vrſach/ darumb die Segbletter auff vnd nider gezogen werden. Dann in der mitten
iſt ſie gekrümmet wie eine Handheb an einem Brattſpieß/ vnd hangen an dem gekrümmcten theil zwen eyſerne Stebe/
die reichen zu dem euſſerſten theil der Arm gegen Nidergang/ ſo die Segbletter an jhnen haben: Alſo daß auch durch diſe
Stebe/ die man auch konte Arm nennen/ die andre Rüſtung hin vnd her getrieben werde/ wann die Reder durch die
Werckleut/ deren einer auff einer/ der ander auff der andern ſeiten ſtehet/ herumb getriben werden. Es iſt aber auch noch
ein ander Rad/ auß deſſen Art oder Rab/ gehen herauß zwelff Stralen oder Zincken/ die werden berüret vnd getrieben
von dem Nagel/ den man an dem beweglichen Rad ſihet/ auff daß das auffgewickelte Seil/ den Segſchrot/ an deſſen
ende gegen Morgen das Seil angehefftet iſt/ zu den Segblettern algemach her zu ziehe. Das iſt diß Orts alſo zuſa-
gen geweſt.

45. Zuſatz.

ES hangen aber die obgemeldten Segbletter nicht ohn mittel an den Armen/ von denen der Außleger meldung ge-
than/ ſonder/ wie auch die Figur zuerkennen gibt/ hangen an eyſernen Ringen/ vnd ſein an ein rund Holtz ange-
hefftet/ das iſt/ dem andern viereckichten/ durch welches die Arm durchreichen/ angehengt: Auff daß/ wann
die Machina zum Werck bewegt wirdt/ die Segbletter als dann gerad herab fallen/ vnd ſchneiden: Das da keines we-
ges geſchehen wurde/ wann das runde Holtz/ an dem die Ring hangen/ anderſt geſtaltet were. Dann wann es vnbeweg-
lich den Armen angehefftet/ ſo wurden ſich die Segbletter nimmermehr fönnen gerad herab laſſen/ dieweil die bewe-
gung des Holtzes das ſie hcltet/ in Bogen vnd Scheibs weiß ſein/ vnd ein Centrum vnd mittel machen würde. Iſt de-
rohalben vonnöten/ daß wegen der bewegung/ das Holtz/ welches die Segbletter führet/ ſich zu ruck/ gegen den hohe-
ſten Bas Seulen gebe. Dann die Segbletter müſſen weder hinderſich noch fürſich weichen: Weil der Segbaum ſelbs
ſich bewegt vnd hinzu geruck et wirdt. Ferner ſo hat auch das Rad mit zwölff Zincken/ welches alhie geſehen wirdt/ ein
anders jhme gantz vnd gar gleich/ auff der andern ſeiten gegen vber: vnd werden beyde von einer Art regirt/ die wirdt feſt
gehalten von zweyen Stützen/ ſo auß des Wercks gebew herreichen. Welches dann alles nicht hat ſollen verſehwigen
bleıben/ ob es ſchon auch auß der fürgeſtelten Figur kan genugſam erlernet werden.

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