Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

619. Von dem Gebrauche des Azimuthal-
Quadrantens.

Man bringet erſtlich den Azimuthalzirkel in einen ſolchen Stand, daß er
mit dem Horizont bey den untern Schrauben des Geſtelles recht voll-
kommen parallel zu ſtehen komme, auch dabey der Anfang der Zehlung,
die hier von der Mittagslinie an gehet, auf dieſe gar nett falle, alsdann
ſtellet man bey I. nach den obigen den Quadranten ganz genau in einen ſenk-
rechten Stand, ſchiebet mit dem Hacken L N bey N eben dieſen ſo weit hin
und her, biß der vorgegebene Stern in das Planum des Quadrantens fället,
und beobachtet dann deſſen Höhe, ſo wird man nebſt ſolcher auch den ge-
ſuchten Azimuthalwinkel, und alſo zwey Data um das Verlangte deſto
eher zu erlangen, richtig bekommen. Bey dieſem Quadranten mag man,
wann er ſo groß, wie hier der Hevelianiſche, nemlich 6. Schuh im Durch-
meſſer iſt, da die Eintheilung ſo wohl in Minuten als Secunden gar
füglich geſchehen kann, die mittägige Höhen ſowohl der Planeten als Fix-
ſterne, die Abweichungen aller Sterne, wie auch die Nachtgleichen und
Sonnenſtillſtände gar wohl ausfinden.

620. Von der Zubereitung eiuiger andern Quadranten
nach des Herrn Robert Hooks
Angeben.

Es iſt der berühmte Engeländer Robert Hooke jederzeit der Meynung ge-
weſen, daß, wann Herr Hevel ihme gefolget, die Inſtrumente zum
beobachten nach ſeinem Sinn verfertiget, und die Quadranten mit Tele-
ſcopiſchen Dioptern, welches jener in ſeinen Schriften bey Gelegenheit ſehr
oft erinnert hat, ſo ſollte er damit zehenmal mehr geleiſtet, und demnach
zehenmal beſſere Beobachtungen, als ſie vor jetzo ſind, zum Vorſchein ge-
bracht haben, es wird aber dabey jedermann, der die Beobachtungen et-
was genäuer zu unterſuchen wieß, gar leicht erkennen, daß Herr Hooke
hierinnen zu weit gegangen, abſonderlich aber, da er ſich an einem Orte
alſo verlauten läſſet, wie er mit einem Quadranten, der im Durchmeſſer
nur eine Spanne groß, und nach ſeiner Invention angeordnet wäre, ze-
henmal beſſere Beobachtungen, dann Herr Hevel mit ſeinen groſſen Qua-
dranten darſtellen könne, deſſen ſich ſeine andere Landsleute wohl nicht rüh-
men, indeme ſie die Hevelianiſche Beobachtungen vor weit richtiger erken-
net. Dieſes Anſinnen hat bemeldeten Autor Anlaß gegeben, eine und an-
dere Quadranten, nebſt andern Inſtrumenten, ſo wohl in ſeinen Animad-

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