Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauche Secunden accurat vibriret, oder einer richtig geſtellten Uhr determinlret, und
dieſe kleine Zeitraume in die kleine Theile des Aequat@rs verwandelt, als
ſo man z. E. gefunden, daß ein Stern innerhalb einer Minute und 9. Secun-
den der Zeit, den beſagten Durchmeſſer durchwandert, ſo ergiebet es ſich,
weil 4. Zeitminuten mit 1. Grad, 4. Zeitſecunden mit einer Minute des Him-
mels übereinſtimmen, daß ſolches Sehrohr 17. Minuten und 15. Secunden
in dem Himmel faſſe, alsdann läſſet man aus Meßing etliche lange Regeln,
die binten zimlich breit, vornen aber etwas zugeſpitzt, und alſo in ein ſch males
Spatium laufen, verfertigen, wie dergleichen in der zwoten Figur obiger
Tabelle zu erſehen, und auf beyden Seiten des Sehrohrs, wo der Ring in
dem Brennpuncte ſtehet, eine kleine Oefnung machen, ſo wird man obige Re-
geln in dieſem, wie der Gebrauch in folgenden lehren wird, gehörig hin und
her ſchieben können.

598.1.

Tab. XIV.
Fig. 1.
Fig. @.

599. Von der Zubereitung dieſes Inſtruments.

Man ſchiebet eine von obbemeldeten ungleichen Regeln, wann die Capaci-
tät des Sehrohrs vorhero eigentlich bekannt iſt, durch eine Nebenöf-
nung an dem Durchmeſſer der Apertur hin, und giebet dabey wohl acht, biß
eine Breite von der Regel den Stern ganz zudecket, ſoiche Breite nimmt
man mit einem ſubtilen Zirkel, miſſet ſie auf einer durch die Transverſallinie
in 1000. gleiche Theile getheilten Maßſtabe, welche mit dem Durchmeſſer
der Apertur in gleicher Gröſſe iſt, und examiniret dann gar genau den wie-
vielſten Theil ſie von dem ganzen Maßſtab als der Apertur ausmache, ſo
wird man, wann die ganze Capacität des Sehrohrs mit ſolchem Theil divi-
diret wird, den eigentlichen Durchmeſſer des Sterns nach den kleinen Theilen
des Himmels beſtimmet haben. Nach dieſer Methode hat der Huigen An. 1658, nachdeme er die Capacität ſeines Sehrohrs 17′. 15″. und z. E. den
Durchmeſſer der Venus auf dem Maßſtab juſt den 20ten Theil groß befun-
den, bey einer Diviſion der 17′. 15″. (die zuvor alle in Secunden verwandelt
worden) mit 20. den erſtbemeldeten Durchmeſſer nur 51. Secunden, 35. Ter-
tien groß vorſtellig gemacht, welches z. E. aller andern dienen kann.

600. Von dem Auzoutiſchen Mikrometer.

Einige Jahre hernach hat Mr. Auzout in Paris, vor kleine Diſtanzen ein
Inſtrument auf eine andere Art conſtruiret, eine Beſchreibung davon
gegeben, und es am erſten ein Mikrometer genennet, von welchem ſchon in des
Bions mathematilchen Werkſchule p. 223. eine eigentliche Vorſtellung ge-
ſchchen. Mit dieſem Mikrometer hat er ſamt Mr. Picard von A. 1666. an,

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