Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

597. Das funfzehende Capitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauche verſchie-
dener Mikrometer und Netze.

Dieſe Gattung der aſtronomiſchen Inſtrumenten folget billig auf die
Sehröhren, weil jene in dieſem vorjetzo gar bequem und nützlich an-
gebracht werden, es dienen aber ſelbige in der Aſtronomie gar herr-
lich darzu, daß man die gar kleine Diſtanzen und Spatia, die man ſonſten
mit denen ordentlichen Quadranten, Sextanten, Octanten zu nehmen nicht
vermag, z. E. die Durchmeſſere der Planeten und Fixſterne, die Durch-
meſſere der Maculn in der Sonne und des Monds, die Diſtanzen der Pla-
neten von den genäuern Fixſternen, die Diſtanzen der Saturniſchen und
Jovialiſchen Nebenplaneten von ihren Hauptplaneten, die Phaſen in den
Sonn und Mondsfinſterniſſen auch die Digitos eclipſatos, die Occultatio-
nes, Tranſitus, Venerem und Mercurium ſub ſole & c. dabey gar richtig
beſtimmen könne, die erſte Erfindung dieſes Inſtruments wird mit allem
Recht dem vortreflichen Mathematico, Herrn Chriſtian Huigen zuerkannt,
welcher ſchon A. 1658, und zwar in ſeinem Syſtemate Saturnino p. 82. deutlich
gewieſen, wie die ſcheinbaren Durchmeſſere der Planeten recht zu meſſen
ſeyen, alſo daß dieſes, ſo zu den obbemeldeten kleinen Spatiis gebrauchet
wird, eben ſo wohl, ob es ſchon Herr Huigen nicht gethan, ein Mikrometer
genennet werden kann.

598. Von der Conſtruction dieſes Hugenianiſchen
Mikrometers.

Die Zubereitung dieſes Inſtruments beſtehet in folgenden: Man ſpanne@
erſtlich auf einem meſſingen Ring, deſſen Oefnung etwas kleiner dann
die Gröſſe des Ocularglaſes iſt, zween zarte Fäden creutzweiß aus, daß ſie im
Mittelpuncts einander in geraden Winkeln durchſehneiden, ordnet ſelbigen
in dem Brennpuncte des Sehrohrs gehörig an, und unterſuchet, wie viel
der Durchmeſſer der vorgegebenen Oefnung, Minuten und Secunden in
dem Himmel austrage, dieſes kann man bey dem Tranſitu eines Sterns
an dem einem Faden, als Durchmeſſer, gar leicht präſtiren, indeme man,
nachdeme das Sehrohr unbeweglich geſtellet worden, die Zeit dieſes Vor-
übergangs nach den Vibrationen entweder eines bloſen Penduls, das die

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