Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Letztens iſt auch allhier nach des Autors Anweiſung, annoch zu zeigen
nicht undienlich, da wir die innere Structur der Perpendikeluhr bißhero be-
trachtet, wie die Bewegung in einem ſolchen Werke ſich ereigne, und dabey
die determinirte Zeit ſich darthue, welches das folgende lehren wird. Noch-
deme aus der obigen Erklärung bekannt iſt, daß das Uhrgewicht die Wal-
ze D D, und zugleich mit das Waizenrad C C in eine Bewegung bringet, ſo
ergiebet es ſich erſtlich nach der zuvor angemerkten Anzahl der Zahne und
Triebſtecken bey jebem Rad und Getrieb, daß, indeme das Walzenrad, als
das unterſte, ſeinen Umgang einmal abſolviret, das folgende, als das Mit-
telrad F, weil deſſen Getrieb, 10mal herum gehet, biß das Walzenrad nur ein-
mal herum kommet, 10mal, das Kronenrad H, indeme deſſen Getrieb 6mal
geſchwinder, dann das Mittelrad beweget wird, 60mal, und das Steigrad
K, das noch einmal ſo geſchwind als das Kronenrad gehet, 120mal herum
komme, ferner iſt es richtig, daß, weil das Steigrad 15. Zähne hat, und die
Spindellappen wechſelsweiß forttreibet, in einem Umgang dieſes Rades 30. Streiche, und demnach eben ſo viel Vibrationen des Perpendikels, folglich
aber, da das Steigrad 120. Umgänge hat, biß das Walzenrad einen ver-
richtet, 3600. Streiche und Vibrationen ſich ereignen werden, welche die ei-
gentliche Quantität der in einer Stunde enthaltenen Secunden ſind, alſo
daß, ſo dieſe 3600. Vibrationen juſt auf eine Stunde, bey richtiger Stel-
lung des groſſen Knopfs an dem Perpendikel, fallen, und ſelbiger in eine
Bewegung gebracht wird, zum Gebrauche ſo richtig dienen muß, daß bey je-
der Vibration eine Secunde der Zeit juſt vorbey gehet, da dann das Wal-
zenrad C C, anbey erſt in einer Stunde herum gehen, und den an deſſen
Rohr angeordneten Zeiger auf der in 60. Theile eingetheilten Scheibe, um
die Minuten zu zeigen, mit herum drehen wird, hingegen muß das Gegen-
rad bey f mit ſeinem an deſſen Rohr bey g ſtehenden Zeiger, indeme die bey-
de Wechſelräder b und n ſamt dem Getrieb auch mit dem Walzenrad in einer
Stunde einen Umgang, und das Gegenrad bey f 12mal ſo viel Zähne als
das- [?] Getrieb Stangen in ſich begreifet, hat, 12mal ſo langſam herum gehen, und
mit dem Stundenze@ger die 12. Stunden andeuten, endlich weil das Kronen-
rad H 60mal ſo geſchwind als das Walzenrad bey den Minuten herumge-
het, ſo folget auch, daß ein an jener Axe appl cirter Zeiger auſſen auf der in
60. Theile eingetheilten kleinen Scheibe auch die Secunden richtig zeigen
müſſe, dieſes alles wird man um deſto leichter, ſo man einige Fundamente
zuvor aus dem kunſtreichen Uhrmacher, den ich aus dem Engliſchen in das
Deutſche überſetzet, und der vermehrten Welperiſchen Gnomonik beyge-
füget, oder vielmehr aus Hrn. M. Iohann Georg Leutmanns curieuſen
Nachricht von den Uhren erlernet, verſtehen können, dahero beyde, abſon-
derlich das letzte, zu dieſem Begrif billig denen Liebhabern zu recommendi-
ren ſind.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer