Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

583. Das eilfte Capitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauche des neuen
Zumbachiſchen Jovilabii.

Was die Conſtruction dieſes Inſtruments anlanget, ſo beſchreibet man
erſtlich auf einer einzeln platten Scheibe nahe bey dem Rande den
Zodiacum, wie oben bey den andern ſchon gelehret worden, ziehet
bey dem Anfang der Zeichen des ♈ und der ♎ durch den Mittelpunct einen
Durchmeſſer oder Linie, jedoch daß die beyde Ende ungefehr einen halben
Zoll annoch von dem Thierkreis abſtehen, und theilet den einen halben Dia-
meter in 26. gleiche Theile, von dieſen Theilen nimmt man einen mit einem
Zirkel und zieher damit aus dem Mittelpunct des Thierkreiſes einen kleinen
Kreis, der die runde ſichtbare Figur des Jovis abbildet und theilet deſſen
halben Durchmeſſer in 60. kleine Theile als Minuten, oder, weil die Theile
hier gar zu klein kommen, zum wenigſten in 6. gleiche Theile. Ferner be-
ſchreibet man aus dem Mittelpuncte des Thierkreiſes vor die Orbitam des erſten
oder nechſten Gefährden mit 5 {2/3}. jovialiſchen Halbmeſſern einen Zirkel, mit 9. Halbmeſſern vor den zweyten einen gröſſern, mit 14. Halbmeſſern und 23. Minuten vor den dritten Trabanten einen noch gröſſern, und mit 25. Halb-
meſſern 18. Minuten vor den vierten den größten, alsdann ziehet man durch
den Mittelpunct des Thierkreiſes gegen den 14. Grad 30. Minuten ♒ und
♌ eine punctirte Linie bis an die Orbitam des vierten Begleiters und ſetzet
daſelbſt gegen den 14°. 30′. ♒ das Zeichen ☊ gegenüber aber das Zeichen
☋ Unterhalb dieſer Zirkel macht man einen Winkel von 2. Graden 55. Minu-
ten, da die Crura zum wenigſtenſo lang ſind als der Halbmeſſer der orbitä des
vierten Satellitis, und ſtellet auf die Baſin unterſchiedliche Perpendicular-
linien in gleicher Weite voneinander. Zuletzt muß man aus dem Mittel-
punct des Thierkreiſes ſechs ſubtile Seidenfäden oder ſechs gar dünne Sai-
ten mit ihren färbigten Kügelein über die Scheibe herab gehen laſſen und
daran kleine Gewichter hängen, oder man kann, weil der Mittelpunct zu en-
ge iſt, um dieſe ſechs Fäden zu faſſen, noch beſſer eine kurze und dünne Steck-
nadel mit einem Knopf in dieſem Mittelpuncte veſt machen, und die Fäden
daran hangen ſo wird das Jovilabium in ſeinem richtigen
Stande ſeyn.

583.1.

Tabula X.
Fig. 1.

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