Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

548. Wie die Zirkel der 12. himmliſchen Häuſer, auch auf
der vorigen Fläche zu beſchreiben.

Wir können auf eben dieſem Plano, auf welchem man die Zirkel der un-
gleichen Stunden gezogen, auch nach unſers Autors, des Nic. Bions
Anweiſung, gar bequem eine Vorſtellung und Beſchreibung von gegen-
wärtigen Zirkeln machen, damit denen Liebhabern der Aſtrologie euch eini-
ge Satisfaction geſchehe. Hiebey iſt vor allen zu merken, daß die Aſtrolo-
gen, wie ſie in vielen Stucken unter einander nicht richtig ſind, alſs auch
bey der Eintheilung dieſer Zirkel von verſchiedenen Meynungen ſeyen, da
nemlich einige die Ekliptik, einige den Verticalem primarium, einige aber
den Aequator von gegenwärtigen Zirkeln in 12. gleiche Theile getheilet wiſ-
ſen wollen. Unter ſolchen iſt bißhero noch die gebräuchlichſte die letzte, nach
welcher, die den Regiomontanum zum Urheber hat, dieſe unſere Zirkel den
Aequator aus den zwoen Interſectionen des Meridians mit dem Horizont
in 12. gleiche, hingegen die Eklip@@k in 12. ungleiche Theile, wo der Ort
ſich nicht unter dem Aequator befindet, theilen müſſen, dabey ergiebet es
ſich, daß davon 6. Himmelshäuſer, und zwar die erſten unter dem Horizont,
die übrige 6. aber, als die letzten, über dem Horizont ihre Stellung haben,
die man durch ſechs groſſe Zirkel, welche ſonſt die Circuli poſitionum ge-
nennet werden, voneinander diſtinguiret: von ſolchen ſind ſchon zween, als
der Meridian und der Horizont, auf jedem Globo anzutreffen, da dieſer an
der Morgenſeite den Anfang des erſten Hauſes, gegen Abend den Anfang
des ſiebenden, jener an dem untern Theil den Anfang des 4ten, und an dem
obern den Anfang des 10ten Hauſes zu erkennen giebet, indeme aber auch
auf obbeſagter Fläche ſo wol der Meridian als Horizont ſchon beſchrieben
zu finden, ſo hat man nur die übrige vier noch vorzuſtellen, welches auf fol-
gende Art geſchiehet: Man ziehet durch M. als den Mittelpunct des Hori-
zonts eine gerade Linie P M, welche die Mittagslinie winkelrecht durch-
ſchneidet, und dabey mit der Linie BC, die vom Aufgang gegen Abend gehet,
parallel laufet, theilet den Aequinoctialzirkel in 12. gleiche Theile, und leget
ein Lineal bey den entgegen geſetzten Puncten, auch bey dem Mittelpunctdes
Aequators an, ſo wird man auf obbemeldete Linie P M bey denen Interſe-
ctionen zu denen verlangten vier Circulis poſitionum die Mittelpuncte
gefunden haben. Endlich ſtellet man den einen Fuß des Zirkels in ſolche
Puncte, den andern aber jederzeit in I, wo nemlich der Horizont den Me-
ridian durchſchneidet, und ziehet durch I ſo weit die Bögen, als die Fläche
des Tropici ♑ zuläſſet, ſo werden ſolche zugleich durch die gehörige Einthei-
lungen aufdem Aequator laufen, und die verlangte Zirkel geben. Dieſen fü-
get man noch die Zahlen, weil die Zirkel der ungleichen Stunden in der

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