Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

unterſchiedlicher anderer optiſchen Inſtrumenten. ſes Microſcops iſt ganz leicht, dann man legt nur dasjenige, was man genauer
zu betrachten willens iſt, auf das runde Platzlein in B, und ſchiebet das eylin-
driſche Stuck c ſo lang in dem Gehäus hin und her, bis man durch A das
Verlangte am deutlichſten zu ſehen bekommt.

489.1.

Fig. 11.

490. Von der Zubereitung und dem Gebrauche der Bilder-
latern oder der ſogenannten Laternæ
magicæ.

Wir können dieſe Maſchine mit allem Recht denen Perſpectiven und
Microſcopen beyfügen, indeme jene faſt durchgehends, gleichwie eines und
das andere von denen obbemeldeten Stücken, mit optiſchen Gläſern und
einem metallenen Spiegel verfertiget wird. Es beſtehet dieſelbe aus ei-
nem Gehäuſe, das in der 10ten Figur viereckigt vorgeſtellet worden, von
einem ſtarken weiſſen Blech, hinten bey C ſtehet der metallene Hohlſpie-
gel, den man am beſten aus Glockenſpeiſe, nicht zu tief auch nicht zu ſeicht
machen laſſen kann, nicht weit davon ſtehet bey D eine Lampe, jedoch in ſol-
cher Diſtanz, daß das brennende Licht auf den Brennpunct des Spiegels
treffe, damit bey der Reflexion das Licht deſto ſtärker durch die Röhre B A
fallen könne, welches in allewege ſtark ſeyn muß, wann anderſt die gemal-
te Bilder bey G H, durch welche nicht allein ſolches, ſondern auch durch die
optiſchen Gläſer in B und A fallen muß, auf einer weiſſen Wand ſich leb-
haft präſentiren ſollen, welches das Hauptrequiſitum iſt. Es können
aber zu der Deutlichkeit auch folgende Stücke vieles beytragen, daß nem-
lich die Lampe oben herum bey D in die Rundung ausgeſchnitten ſeye, da-
mit die aus dem Spiegel, in dieſer Gegend reflectirende Strahlen nicht
aufgehalten werden. Es iſt auch bey dieſer Lampe wohl zu merken,
daß man zu öberſt auf beyden Seiten kleine offene Röhrlein machen laſſe,
damit die Luft den Zugang habe, und das Licht deſto heller brenne. Es
träget überdas auch vieles bey, wenn man unten an die Latern bey
E auf beyden Seiten kleine Luftlöcher, die tiefer als die Lampe ſtehen,
wann zumahlen die Laterne zimlich eng iſt, anordnet. Damit aber keine
Helle heraus falle, und ſolche die Figuren undeutlich mache, ſo ſoll man
über dieſe, kleine blechene Hütlein, wie bey E zu ſehen, ja oben bey F
eine Kappe, die weit über das Loch herunter gehe, jedoch noch ganz her-
um unterwegs kleine Oefnungen habe, machen laſſen. Es dienet auch
gar wohl zur Nachricht, daß das Blech bey I nicht zu weit, und nicht
zu hoch ſeyn ſolle, ſondern daß die Oefnungen allda ſo beſchaffen ſeyen, daß
die lange Bretlein, in welchen die auf Glaß gemalte Figuren enthalten ſind,
etwas hart durch ſolche geſchoben werden können. Wann man nun auf
alles dieſes wohl acht hat, die convexen Gläſer in gebührender Proportion

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