Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

475. Noch ein anderes Inſtrument, mit welchem man allerhand
Sachen nach perſpectiviſcher Art abzeichnen kann.

Der Erfinder dieſes Inſtruments iſt P. Cherubin, ein in Dioptrieis wohl
bekannter Autor. Die Zubereitung deſſelben, wie es die Beſchreibung in ſei-
ner Dioptrique oculaire uns giebet, beſtehet kürzlich in folgenden: Man läſſet
ſich aus einem guten alten Holz von Birnbaum eine Tafel verfertigen, die in
der Dicke kaum einen halben Zoll, in der Breite zween Schuh, und in der Länge
drey und mehr Schuh, und alſo der Figur nach ein accurates ablanges Viereck
ausmache, faſt in der Mitte ziehet man nach der Länge der Tafel eine gerade
Linie ef, die mit den Seiten A B und C D parallel laufe, auf dieſer Linie ef,
nimmt man gegen das Ende zu in r den Mittelpunct eines proportioniren den
Parallelogramms aus Meſſing in der Figur, wie ſolche in der Vorſtellung die-
ſes Inſtruments zu ſehen iſt; Auf eben der Linie e f. muß man den Mittelpunet
s. von der Oefnung, in welche ein Perſpectiv kommet, auf folgende Art finden: man ſtellet die eine Spitze auf e f in r. und die andere, als mit welchen bey den
das Parallelogramm verſehen, auf ef in t. ſolchergeſtalten, daß alle vier
Winkel gerade Winkel machen, ſo wird die lange Spitze oder der Zeiger w
auf e f den Punct andeuten, wo die Oefnung anfangen muß, alsdann nimmt
man die Dicke oder den Durchmeſſer des Sehrohrs, der dazu gebraucht wer-
den ſoll, ſetzet ſolchen von w gegen f in x und theilet w x in zween gleiche Theile,
ſo hat man den Mittelpunct s. zu der runden Oefnung vor das Sehrohr, die
ganze Gegend bey g h i k iſt zu dem Papier gewidmet, auf welches die Zeich-
nung kommen ſoll, n p und o q ſind zween Seidenfäden, welche mit den Schrau-
ben p und q angeſpannet werden, damit das Papier auf der Tafel glatt anlie-
ge, die Linie y z ſtellet das Senkbley vor, daß die Linie e f allezeit horizontal ge-
richtet werden könne, man mag auch die Tafel auf dem halben runden Geſtelle
rucken wie man will, welche Bewegung hinter dem Inſtrument um eine lange
runde Stange geſchiehet, wie die 2. Figur andeutet, oberhalb der Tafel bey m
gehen auf beyden Seiten groſſe Zirkelbögen hinterwärts hinaus, wie in erſt-
bemeldeter Figur zu ſehen, oben aber bey 1 iſt eine lange Schraube, daß man
die Tafel, ſo man etwas von der Höhe herab abzuzeichnen verlangte, hinter ſich
ſchrauben könne.

475.1.

Tab. X.
Fig. 1.
Fig. @

476. Von dem Gebrauche dieſes Inſtruments.

Man ſpannet zu erſt einen Bogen Papier vermittelſt der Seidenfäden
n p. o q. und der Schraube p q auf der Tafel in i k g h, wohl aus, und richtet
das Sehrohr in der Oefnung w x alſo an, daß der Zeiger u w durch einen ge-
machten Einſchnitt des Rohrs, der in der Gegend des Brennpuncts von dem
Ocularglaß ſelbiges halb von einander theilet, gehe, und in dem Rohr eine Be-

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