Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

etlicher Inſtrumenten zum Feldmeſſen. Pinnullen von den Fäden und dem Objectiv geſchoben werden, die man höher
und niedriger richten, und mit Wachs befeſtigen kann. L M iſt ein ſtarker
meſſinger Drat, der an dem Rohr angelöthet iſt und unterhalb der Pinnul-
len auf beyden Seiten, ſo weit hinaus geht, daß er zwiſchen denen auf beyden
Seiten hinab in den Gefäßen angemachten langen ſchmalen Blechen, als zwi-
ſchen Fugen, wann die Büchſen in das Waſſer geſetzet werden, gar leicht auf
und abſteigen möge, doch aber daß er nicht viel wanke, welches leicht zu ver-
meiden, wann L M ſo lang gemacht wird, als das Gefäß breit iſt, man thut
alsdann in die Gefäße A R C und B D T ſo viel Waſſer hinein, bis es die
Büchſen mit denen Pinnullen ſo hoch hebet, daß man durch ſolche und durch
das Rohr A B ungehindert ſehen könne, damit dieſes aber auch durch ſolche
gar deutlich geſchehen könne, ſo deckt man oben was leichtes, das man wieder
bald wegnehmen kann, auf beyde Gefäſſe, zu verhindern, daß das Liche
nicht ſo ſtark auf das Objectivglaß und die Fäden falle.

452.1.

Tab. IV.
Fig. 1.
Fig. 3. 4.

453. Wie man dieſe Waſſerwag rectificiren ſoll, daß ſie zum rech-
ten Gebrauche dienlich leye.

Dieſe gegenwärtige Art zu rectificiren erfordert vor allen, daß die oben be-
meldete Pinnullen ſo wohl der Höhe als der Breite nach einander gleich
ſeyen und einerley Schwere haben, damit man ſolche, weil ſie in der Büchſe
abgewechſelt werden, in den Fälzen hoch und niedrig richten, auch dabey al-
ſo befinden möge, daß die Büchſen in dem Waſſer bey Verwechslung der
Pinnullen weder höher noch tiefer gehen, ſondern in einem Stande bleiben
dörfen. Wann dieſes alles ſich recht befindet, auch das Inſtrument auf ei-
nem Geſtell, auf welches ſonſten die Feldmeßinſtrumente gerichter werden,
veſt ſtehet, ſo ſiehet man durch das Perſpectiv auf ein weitentlegenes Object
binaus, und obſerviret, wo der Punct des Durch ſchnitts einen andern
Punct auſſerwärts bedecket, alsdann verwechſelt man die Büchſen, und dar-
auf die Pinnullen, alſo daß das Objectioglaß, zwar wieder in vorige Ge-
gend, aber nicht auf eben die Büchſe komme. Endlich zielet man wieder auf
eben den Punct hinaus, befindet man nun, daß die Section auf eben den vori-
gen Punct falle, ſo wird das Inſtrument auf das beſte rectificiret ſeyn, zeiget
ſich aber einiger Unterſchied, daß das Abzielen zu hoch oder zu niedrig ſich wei-
ſet, muß man die Pinnullen auch ſo lang höher oder niedriger richten, und an-
bey ſolche mit den Büchſen immer verwechſeln bis in den zwoen Abzielun-
gen einerley Punct bey dem Creutzpuncte obſerviret wird.

454. Zubereitung einer Waſſerwag von Herrn Römern.

Dieſes Inſtrument wird von Blech, beynahe in der Figur eines Winkel-
maſes verfertiget, welches aus zween langen viereckichten Theilen,

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