Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

der gebräuchlichſten Werkzeuge. eingeſetzt härten will, nimmt man einen Ruß vom Schlot oder Schorſtein, der
am härteſten und gröbſten iſt, und reibet ihn zu klarem Pulver, den man in Urin
und Eſſig ſchüttet, und ein wenig Saltz dazu thut, daß ein flüſſiger Teich dar-
aus werde.

Nachdeme nun der Ruß genug eingepeitzet worden, überziehet man den
Werkzeug damit, indeme man ſolchen einſetzet, den man hernach mit Erde
überziehet, und läſſet alles ſo miteinander im brennenden Kohlfeuer glühend
werden; Wann es nun ein wenig röther als Kirſchenfarb iſt, wirſt man es
in ein mit ſehr kalten Waſſer angefülltes Gefäß, ſo wird der Zeug hart ge-
nug ſeyn.

Wir haben ſchon oben gemeldet, wie man das Kupfer oder das Silber
zuſammen löthen müſſe; iſt alſo nicht undienlich zu wiſſen, wie man ein Ei-
ſen an das andere löthen könne; Man muß nemlich einen dünnen Meſſing
auf das Stuck, das man anlöthen will, wie auch gepülverten Borax, legen,
und es auf allen Seiten mit brennenden Kohlen bedecken, die man ſo lang zu-
leget, biß der Meſſing flüſſig wird.

Ich habe oben gezeiget, wie man Silberloth, und dann auch Kupfer-
loth, machen kann. Man machet aber zu ſolchen Metallen auch ein Loth von
Zinn, das man mit einer groben Feile grob feilet, welchem man noch den 6ten
Theil von dem Salmiack mit Baumöhl beyfüget. Dieſes Loth iſt ſehr
flüſſig und gut zu denen Werken, die man nicht allzuſehr heiß machen will.

Es iſt auch hier dienlich zu erinnern, daß man den Meſſing, indeme er
hciß iſt, weder ſchlagen noch ſchmieden ſoll, weil er ſonſten zerbrechen würde. Was das Kupfer anlanget, ſo läſſet ſich ſolches ſo wol kalt als warm ſchla-
gen, deßwegen bediener man ſich auch deſſen eben ſo wol in der Zubereitung der
mathematiſchen Inſtrumenten, wiewolen das gelbe Kupfer oder der Meſſing
zu dergleichen Sachen viel ſchöner iſt, und viel beſſer ſich dazu ſchicket.

Der Meſſing wird aus Kupfer und Galmey gemacht, der ein Stein iſt,
welcher dem Metall eine gelbe Tinctur giebet; Dieſer Stein wird in Frank-
reich, und in dem Lütticher Land geſunden.

Das Gold und Silber kann man kalt und warm ſchlagen und ſchmie-
den, ſie laſſen ſich auch faſt wie das Kupſer gieſſen; Damit man aber auch
endlich das Unſaubere von dem Abgefeil bringen möge, ſo thut man es in einen
Schmelztiegel mit dem 10. Theil Salpeter. Die mathematiſche Inſtru-
menten werden aus Gold und Silber auf eben die Manier,
wie aus Meſſing, verfertiget.

417. ENDE.

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