Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Auf der Dicke der Axe beruhet die Geſchwindigkeit oder die Einhal-
tung der Bewegung der Walzen; dann je dicker die Axe iſt, je geſchwin-
der gehet ſolche hinunter; je weniger aber ſolche im Diameter ausmachet,
je langſamer gehet ſie auch, nachdeme nemlich entweder eine gröſſere oder
kleinere Eccentricität ſich ereignet, und folglich das Waſſer geſchwinder oder
langſamer von einem Fächlein in das andere laufet, welches dann verurſa-
chet, daß die Kraft ihrer Bewegung ſich entweder gröſſer oder geringer we-
gen der Schwere des Waſſers, welches das gegenüber ſtehende Fächlein in
ſich begreift, im Gewicht befindet.

Sollte man Belieben haben die Circulation des Waſſers in einer von
dergleichen Maſchinen anzuſchauen, könnte man eine Walze machen laſſen,
da ein Boden von Glaß wäre, dabey die ganze Schwürigkeit nur darin-
nen beſtehen mögte, eine Kütte auszufinden, mit welcher man die Stücke
Glaß, welche den Boden abgeben, an die metallene Walze deſt anmachen
könnte.

Wann dieſe Zeiguhr, nachdeme ſie faſt bis an das Ende der Schnü-
re hinab gegangen, aufgezogen werden ſoll, muß man ſelbige mit der Hand
in die Höhe richten, indeme ſelbige aufgewunden wird, alſo daß ſich die
Schnüre nach der Länge der Axe hübſch gleich aufwickeln, und die Uhr da-
bey horizontal hänge.

Jch habe geſagt, daß das Waſſer, das man in die Walze hinein gieſ-
ſet, diſtiliret ſeyn müſſe, ſonſten müſte man oft ein anderes nehmen, weilen ſich
ſonſten um die kleine Löcher eine Dicke zähe Materie ſetzet, welche leichtlich ver-
hindern ſollte, daß das Waſſer nicht, wie es ſeyn ſoll, durchlaufen könnte.

So man das Waſſer ohne Feuer mit geringer Mühe zu diſtilliren ver-
langet, läſſet man ſolches in eine Flaſche oder Gefäß von Glaß, oder aus
einer reinen Erde, hinein laufen, indeme in die Oefnung ein Trichter von be-
liebiger Gröſſe geſtecket wird, worein zwey Stücke von weiſſen Papier, die
auch in Form eines Trichters formiret ſind, gethan werden, alſo daß das
Waſſer, wann es hinein geſchüttet wird, Tropfenweiß in die Flaſchen lauf-
fe nachdeme nun dieſes zum öftern wiederholet worden, wird das Waſſer
rein und klar werden, und ſich lange Zeit halten; Man läſſet auch das Waſ-
ſer durch ein Stuck Tuch lauffen, und wann ſolches vier bis fünſmal ge-
ſchehen, wird demſelben hierdurch alle rohe und unreine Materie genommen
werden.

Man kann zwar ein wenig von einem mit Thomian oder Roßmarin
überzogenen Waſſer oder von Bradwein unter das Waſſer gieſſen, um zu
verhindern, daß es im Winter nicht gefriere: Weilen aber ſolches das
Waſſer ein wenig ſcharf machen, und hierdurch dieſes die Löcher in denen
Fächlein weiter machen wird, ſo iſt es ſicherer, das Waſſer ganz allein zu neh-
men, und die Machine an einem Ort zu ſtellen, wo das Waſſer in der groſ-
ſen Kälte nicht gefrieren kann.

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