Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauche des Mikrometers. lich die Differenz zwiſchen dem geraden Winkel und dem Winkel der Ekliptick
mit dem Meridian, ſo wird man dann auch die Hypothenus CT, und die Sei-
te RT finden; Wann man nun R T von MR, welches die Differenz von der
Declination des Mercurs in M und dem Sonnencentro C iſt, abziehet, wird
TM übrig bleiben. Man ſagt weiter nach der Proportionsregel, gleich wie
ſich verhält C T gegen TR, alſo verhält ſich T M gegen TO, und wie C F gegen
C R, alſo verhält ſich T M gegen M O, M O wird die Breite des Mer-
curs zur Zeit der Beobachtung ſeyn. Wann man aber TO zu der Seite C T
addicet, wird man CO vor die Differenz der Länge zwiſchen dem Merkur und
dem Mittelpunct der Sonne haben. Iſt nun die Länge der Sonne be-
kannt, wird man ſodann auch die Länge des Merkurs finden.

267.1.

Tabula
XVIII.
Fig. 3.

Wann man nun ferner zwo oder drey Stunden nach der erſten Beob-
achtung des Merkurs in M noch einmal die Differenz der Declination und der
geraden Auſſteigung des in N fortgegangenen Merkurs obſerviret, ſo wird, wie
oben die Latitudo Mercurii N Q und C Q. die Differenz der Longitudinis des
Sonnencentri C gefunden werden, und kännen wir alſ@ auch den ſcheinbaren
Ort des Knoten des Merkurs finden. Es iſt aber zu merken, daß das Punct
des Durchſchnitts A in der geraden Linie M N mit der Ekliptick C B gar
nicht der Ort des beſagten Knotens in Anſehung des Puncts C ſeye, indeme
zwiſchen denen in den Puncten M und N gehaltenen Beobachtungen die Sonne
nach ihrer eigenen Bewegung um einige Minuten nach der Ordnung der Zei-
chen weiter fortgegangen iſt, auf welches man unterdeſſen in denen Beobach-
tungen nicht acht gehabt. Man ſaget dahero nach der Proportionsregel,
gleichwie ſich verhält die Differenz der Längen M O, N Q gegen O Q
ohne die eigene Bewegung der Sonne zwiſchen denen in M und N gehaltenen
Beobachtungen, alſo verhält ſich M O gegen der Weite O A, woraus man
die wahre Diſtanz C A von dem Sonnencentro C zu dem Knoten des Mer-
curs A findet. Jedoch müſſen wir von O Q die eigene Bewegung der Son-
ne zwiſchen den Beobachtungen abziehen, weilen zu ſolcher Zeit der Merkur
ruckläufig iſt; wann aber ſeine Bewegung gerad fort wäre, müſte man die
Bewegung der Sonne zu der geraden Linie O Q addiren.

Bey den Beobachtungen des Merkurs in ſeinem Durchgang zwiſchen
den Ränden der Sonne haben wir ganz keine Acht auf die eigene Bewe-
gung der Sonne gehabt, indeme nicht viel daran gelegen iſt; wollen wir
aber einige Reflexion darauf machen, muß man C O und C Q um ſo viel,
als die eigene Bewegung der Sonne wegen der zwiſchen dem Durchgang
des Mittelpuncts der Sonne und des Merkurs durch den Mittagszirkel verfloſ-
ſenen Zeit nach ſeiner Gröſſe giebet, kleiner machen.

Nach eben dieſer Methode kann man die Weiten der Planeten unter
ſich, oder mit denen Fixſternen in denen Gegenden der Ekliptick beobach-
ten, wiewol dabey nichts deſtoweniger einige Minuten, nicht nur wegen
der eigenen Bewegung der Planeten, es ſeye gleich gegen eben dieſelbe

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