Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

gehörigen Inſtrumenten, V. Buch, IV. Capitel. liber, welcher allezeit ein wenig gröſſer, als der Caliber der Kugeln, nach
Proportion ihrer Gröſſe iſt.

253. Von der Zubereitung des Stuckwinkelmaaſes.

Dieſes Winkelmaas iſt dienlich, daß man die Stücke und Mörſer
hoch oder niedrig, nachdeme die Oerter ſind, wohin man zielen will, damit
richten könne. Es iſt ſolches von Kupfer oder Meßing, und hat einen Schen-
kel von ungefehr einen Schuh in der Länge, 8. Linien breit, und eine Linie
dick, der andere iſt 4. Zoll lang, und dann eben ſo dick und ſo breit, als jener; zwiſchen dieſen zweyen Schenkeln ſtehet ein in 90. Theile getheilter Qua-
drant, (deſſen Eintheilung von dem kürzſten Schenkel angefangen wird,)
ſamt einen Seidenfaden mit einem Senkbley, der in ſeinem Mittelpuncte an-
gemacht iſt.

253.1.

Fig. B.

Der Gebrauch dieſes Inſtruments iſt leicht, dann man darf nur den
langen Schenkel in die Mündung des Stucks oder des Mörſers ſtecken,
und ſolche ſo lang hoch und niedrig richten, bis der Faden, der das Senk-
bley träget, den erforderten Grad, um ein vorgegebenes Ort zu treffen,
durchſchneidet.

Man machet auch zum öftern auf eine Fläche des langen Schenkels
die Eintheilung der Durchmeſſer und das Gewicht der eiſern Kugel, wie auch
den Caliber der Stücke.

Man muß ſich aber, um dieſe Eintheilung zu machen, auf eine oder
zwo Erfahrungen gründen, indeme man mit allen möglichen Fleiß den Durch-
meſſer einer Kugel, deren Gewicht man accurat wiſſen mögte, examiniret. Wann man, zum Exempel, gefunden, daß eine Kugel, die 4. Pfund wie-
get, drey Zoll im Durchmeſſer habe, wird es leicht ſeyn eine Tabell zu ma-
chen, welche die Schwere und die Durchmeſſere anderer dergleichen Kugeln,
die man verlanget, in ſich halte, weilen nach der 18ten Propoſition des 12. Buchs Euclidis die Kugeln ſich gegen einander verhalten, als wie die Cubi
ihrer Diametrorum, woraus dann folget, daß die Diametri ſich gegen ein-
ander verhalten, als wie die Cubickwurzeln der Zahlen, die ihre Schweren
vorſtellen.

Wann nun aus der Erfahrung bekannt iſt, daß eine eiſerne Kugel, die
4. Pfund wieget, 3. Zoll im Durchmeſſer hat, und man den Diameter einer
Kugel von 32. Pſunden gern wiſſen mögte, muß man nach der Regel der Pro-
portion ſagen, 4. verhält ſich gegen 32. wie 27. die Cubikzahl von 3. ſich
verhält zur vierten Zahl, die 216. ſeyn wird, davon die Cubickwurzel 6. Zoll, der Diameter einer Kugel von 32. Pfunden ſeyn muß.

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