Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauche des Viertelzirkels, a. anderſt, als aus dem Punct des Durchſchnitts zwoer Linien haben kann, da
eine jede aus den Enden der Grundlinie gezogen wird, mit welcher ſelbige ei-
nen gradlinigten Triangel formiren.

Hier iſt auch nicht zu vergeſſen, daß die Weite der Grundlinie, die man
abmiſſet, nach der Verhält [?] niß der Triangel, zu welchen ſolche dienen ſolle,
groß genug, auch überdeme wol nach einer geraden Linie und horizontal ge-
richtet ſeyn müſſe; dann wann man nach den Ungleich heiten des Erdreichs
bald hoch vald niedrig gienge, würde man gar zu lange Baſes in Proportion
der Winkel und der Geſichts linten, welche in Abzielung auf die Objecte ge-
zogen worden, überkommen.

Will man nun endlich dieſe Charte in das Reine bringen, reduciret
man alle dieſe obſervirte Triangel nach ihrer rechten Proportion vermittelſt
eines Maasſtabs, Transporteurs, nach der Manier, die wir ſchon oben
gezeiget haben.

0200-01

220. Das ſiebende Capitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauche der
Bouſſole oder eines Compaſſes.

Dieſes Inſtrument wird aus Kupfer, Helfenbein, Holz oder ſonſten
aus einer andern dichten Materie verſertiget. Man macht derglei-
chen von 2. bis 6. Zoll in Diameter: Seine Mitte iſt zirkelrund,
wie eine runde Büchſe ausgeholet, auf den Boden reiſſet man eine Windroſe,
und beſchreibet um ſelbige eine in 360. Grad getheilte Peripherie. Dieſe Zir-
kelrunde ſtehet in einer viereckigten Platte, da in dem Mittelpunce eine kleine
Spitze von Kupfer oder Stahl eingefüget wird, welche dienet, eine geſtriche-
ne Nadel von Stahl darauf zu ſtellen, die im Gleichgewicht ſtehet, damit ſel-
bige ganz frey ſich drehen könne, und oben darüber thut man ein rund geſchnit-
tenes Glas, w@lches man in einem kleinen Falz, der mit allem Fleiß um den
Zirkel herum gemacht worden, veſt machet, um zu verhindern, daß die Be-
wegung der Luft der Nadel nicht zu viel Bewegung gebe.

Der äuſſerſte Theil der geſtrichenen Nadel, nemlich derjenige, der mit
dem mittägigem Pol des Magnetſteins geſtrichen worden, wendet ſich allezeit
gegen die mittägige Seite der Welt, wiewol nicht ganz richtig, ſondern mit ei-
ner Abweichung, welche ſich zu einer und der andern Zeit verändert.

Nach denen im Monat October Anno 1715 auf dem Königlichen Ob-

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