Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

137. Das zweyte Tapitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauch verſchiede-
ner Mathemat@ſchen Inſtrumenten, welche zu Haus
können gebraucht werden.

Von der Feder zum Reißbley a. von einem Zirkel.

Dieſes Inſtrument wird eine Feder zum Reißbley a. mit einem Zir-
kel genennet, es iſt auswendig achtflächig gefeilet, und insgemein
4. 5. und 6. Zoll lang gemacht, inwendig muß es ganz rund ſeyn,
damit man eine Feder zum Reißbley a. hinein thun, und ſolche vermittelſt
ſeiner Feder und ſeines Knöpfleins hin und wieder ſchieben könne, davon wir
im folgenden handeln werden. An deren einem Ende läſſet ſich ein Zirkel
hinein ſchrauben, die Figur B zeiget die Manier, nach welcher er gemacht iſt,
ſeine Zubereitung iſt von den andern Zirkeln nichts unterſchieden, auſſer dar-
inn, daß er rund iſt, und daß er oben am Hals eine Schraube hat, um ſel-
bigen in die Reißbleyfeder hinein ſchrauben zu können. Die beſagte Schrau-
be wird in einer Schneid tkluppe vorgeſchnitten, womit man hernach in einem
Loch eines Schneideiſens ſelbiges gar ausſchneidet, damit man die Gewin-
de des Zirkels im Herumſchrauben nicht übernöthe, darauf man wol acht zu
geben hat.

137.1.

Tab. IX.
Fig. A.

Man ziehet insgemein auf den Flächen dieſer Feder die Linien, die auf
dem Proportionalzirkel ſtehen, man nimmt aber ſelbige aus einer Regel
von gleicher Länge, die man nach den obigen bey dem Proportionalzirkel
erklärten Methoden getheilet, und auf eine jede Fläche übergetragen. Der
Gebrauch davon iſt beynahe einerley, ausgenommen, daß man hier allezeit
ſich einerley Gröſſe bedienen muß, dann wann, zum Exempel, verlanget
wird, wie man auf einer gegebenen Linie einen Winkel von 40. Graden be-
ſchreiben ſoll, ſo nimmt man mit dem gemeinem Zirkel die Weite von dem
erſten Punct der Theilung in der Linea Chordarum biß zu dem 60. bezeichne-
ten Puncte, mit dieſer Oefnung machet man auf der gegebenen Linie einen
Bogen, und nimmt hernach mit eben dem Zirkel die Weite aus dem erſten
Punct der Theilung, biß zu dem Punct 40. die man endlich auf den gezoge-
nen Bogen träget, und aus ſeinem Centro eine Linie ziehet, welche mit der
gegebenen Linie einen Winkel von 40. Graden geben wird, und alſo iſt es
auch mit den andern Linien beſchaffen.

Man machet auch von dieſen Arten der Federn zum Reißbley, Rö-
thel a. mit Zirkeln, einige die rund ſind, und auf die man die Zoll ſetzet, da-
von man elnen in 12. Linien eintheilet.

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