Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

124. Drittes Buch.
Von der Zubereitung und dem Gebrauch verſchiede-
ner Zirkel und anderer curieusen Inſtrumenten, welche
insgemein zu Haus gebraucher werden.

Das erſte Capitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauche verſchiede-
ner Zirkel.

Wir baben ſchon von den Zirkeln, welche gemeiniglich in die Mathe-
matiſchen Beſtecke gethan werden, genugſam gehandelt; es iſt alſo
nur demnach noch übrig von einigen andern, die man auch zuwei-
len, indeme die Längen der Beſtecke nach Gefallen können gemacht
werden, dort hinein füget, Meldung zu thun.

125. Von der Zubereitung des Haarzirkels.

Dieſer Zirkel wird deßwegen ein Haarzirkel genennet, weilen ſolcher
wegen eines in ſeiner Mitten ſich befindlichen Falzes, wann nemlich
dieſer zu iſt, mit der Hand, indeme man mit den Fingern drücket, auſ
ein Haar ganz leicht weiters auſgethan werden kan.

125.1.

Tab. VIII.
Fig. A.

Wir haben oben gemeldet, daß hanptſächlich die Güte der Zirkel in
dieſem beſtehe, daß ihre Bewegungen ziemlich gelind ſeyen @und daß ſie
im Auf – und Zumachen einpärig (nicht einmal geſchwinder, als das an-
dere mal) gehen, damit nun dieſes geſchehe, ſo müſſen die Gewinde wol
eingeſchnitten, und von ganz gleicher Dicke ſeyn; dazu braucht man nun
eine ſtählerne Säge, mit welcher der Kopf zu zweyenmalen durchſäget wird,
alſo daß in der Mitte nur ein einfaches Stuck, in der Dicke wie ein Kar-
tenblat, übrig bleibet, das andere Stuck des Zirkels wird mitten durch
das Gewind durchſchnitten, um das einfache Stuck, welches zu dem Kopf
gewidmet worden, einzufügen; hernach muß man die Gewinde zufeilen, und
ſo zurichten, daß ſie überall wol zuſammen paſſen, überdeme machet man mit-
ten durch den Kopf des Zirkels ein Loch, ſo groß als es die Proportion v@n
der Gröſſe des Zirkels erfordert, die kleinſten ſind insgem@in in ihrem Dia-
meter eine Linie groß, und die gröſten zwo Linien, es muß aber der Steff@
fein rund feyn, und daß er das Loch im Kopf wohl ausfülle: wann er
eingenietet iſt, läſſet man ein wenig gelbes Wachs, indeme der Kopfdes Zir-
kels warm gemacht wird, zwiſchen die Gewinde hinein lauffen, welches verhin-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer