Volltext : Leupold, Jakob: Theatrum machinarum generale

205
Cap.  XX.  von  Wasser=Rädern.  Tab.  LXIII.
solches  Figura  VII.  Tabula  VI.  mit  der  Schwehre  des  Waag=Balcken  gemachet  worden, =
  welches  ebenfalls  die  Ursach  ist,  die  ihr  dort  findet;  als  wenn  das  Wasser  238  Pfund
schwehr  von  der  Fläche  A  im  Punct  m  hienge,  das  von  B  288  im  Punct  k,  das  von  e
149  Pfund  im  Punct  b,  die  übrigen  in  D  und  B.
Wenn  nun  die  halbe  Dicke  des  Welbaums  A  C  woran  die  Lastietzo  hangen  soll,  accurat -
  ein  halber  Fus  ist,  so  durfft  ihr  nur  das  Gewicht  oder  Last  mit  dem  Abstand  oder  der  dabey =
  stehenden  Zahl  multipliciren,  wie  hier  238  Pfund  16  Loth  mit  II,  thut  2623  Pfund
16  Loth,  und  so  viel  Krafft  hat  das  Wasser,  so  in  dem  Felde  A  zwischen  denen  Linien  gh  stehet, =
  gegen  eine  Welle  von  1  Fus.  Auf  diese  Weise  verfahret  auch  mit  den  andern,  zuletzt
summiret  alle  Producte  der  Krafft  zusammen,  als  A  2623  Pfund  16  Loth,  B  2593
Pfund  22  Loth,  und  solches  machet  68  Centner  72  Pfund  16  Loth,  und  so  viel  hat  alles
Wasser,  so  auf  dem  Rad  lieget  Krafft  eine  Last  am  Hacken,  n  in  aequilibrio  zu  erhalten.
Solte  aber  die  Last  in  ein  Rad  von  3  Fus  in  radio  appliciret  werden,  so  setzet  ihr  bey
der  Zahl  in  ni  6,  giebt  9,  was  rc.
Ob  nun  schon  dieses  etwas  muͤhsam,  so  ist  es  dennoch  eine  Art  dadurch  ein  jeder,  der  nur
gemein  rechnen  kan,  vermögend  ist  zu  wissen  die  Krafft  des  Rades,  welches  sonst  niemand  sagen =
  oder  wissen  kan,  es  sey  denn  daß  das  Rad  fertig  und  eingehangen  ist.  Denn  da  verfahret =
  ihr  also:
§.  535
Andere  Art  eines  Rades  /  so  schon  fertig  und  eingehangen =
  ist,  seine  Krafft  zu  erfahren.
Leget  entweder  ein  Seilaussen  um  das  Rad,  oder  wenn  es  ein  Kamm=Rad  hat,  um  daßselbe, =
  und  wo  ihr  darunter  nicht  Tieffe  genug  habet,  daß  ihr  einen  Kasten  mit  Steinen  oder
Bley  anhaͤngen  koͤnnet,  so  lasset  das  Seil  in  die  Hoͤhe  und  uͤber  die  Scheibe  gehen,  leget  in  den
Kasten,  der  erstlich  auf  dem  Boden  aufstehet,  so  viel  Gewichte,  als  ihr  meynet  daß  es  das  Rad
nicht  erzwingen  kan,  fuͤllet  hierauf  alle  eure  Kasten  mit  Wasser,  so  viel  als  darinnen  bleiben
will,  und  nehmet  so  lange  von  dem  Gewichte  heraus,  bis  das  Rad  das  uͤbrige  beweget  oder  auf
hebet,  so  koͤnnet  ihr  aus  der  Schwehre  des  Kasten  und  der  Steine  oder  Bley  wissen,  was  das
Rad  vor  Krafft  hat,  und  hernach  die  Rechnung  auf  das  Kamm=Rad,  Kurbel,  oder  was
es  seyn  soll,  machen.
§.  536.
Dritte  Art,  die  Krafft  des  Wassers  auf  der  Peripherie  eines
oberschlachtigen  Rades  zu  berechnen.
Es  ist  bereits  vorhero  Tabula  LXI.  gnugsam  gesaget,  und  durch  ein  Experiment
erwiesen  worden,  daß  ein  aequaler  Cylinder,  oder  auch  viereckigte  Roͤhre  oder  Last  um  die
Helffte  eines  Rades,  von  seiner  Krafft  verliehre,  oder  so  viel  Krafft  habe,  als  eben  ein  dergleichen ¬
  Cylinder,  der  von  gleicher  Groͤsse,  aber  nur  so  lang  als  der  Diameter  des  Rades  bis
zum  Centro  des  Cylinders  ist;  Als  es  sey  der  Diameter  14  Fus,  so  wird  die  halbe  Peripherie ¬
  22  Fus  seyn,  und  diese  halbe  Peripherie  sey  eine  winckel=rechte  Röͤhre,  2  Fus  breit
und  6  Zoll  dick,  weil  nun  ein  Cubic-Fus  bey  47  Pfund  hat,  1  Fus  aber,  so  2  Fus  breit,  einen
Fus  lang  und  6  Zoll  dick,  1  Cubic-Fus  machet,  so  geben  22  Fus  1034  Pfund,  diese  mit  8  dividiret, -
  thut  129,  als  ein  Achtel,  dieses  mit  3  multipliciret,  thut  3878,  von  1034  subtrahiret, ¬
  bleiben  647  Pfund  als  die  Krafft  üͤbrig.
Pars  Generalis.
Fff
§.  537.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer