Die Schaafzucht.
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man die deutschen Landragen einer genaueren Untersuchung kaum werth. Es
könnte indessen wohl der Fali eintreten, daß die Einführung einer deutschen
vorzüglichen Landrage und ihre Veredlung in sich selbst der Mühe lohnte
und daß sie durch das Gewicht ihrer Wolle, und durch ihre größere Härte dann
vielleicht durch ihre mehrere Mastfähigkeit den höheren Werth der Merinowolle ¬
ersetzte.
Die Feinheit, Elasticität und Stärke der Landwolle ist i. der That sehr
verschieden. Es giebt eine Art von Landschaafen, aus deren Wolle schon recht
gute Mitteltücher bereitet werden, und die vorzüglich dauerhaft sind. Es giebt
andre, die so stichelhaarig ist, daß sie nur zu ganz groben Zeugen gebraucht werden ¬
kann. Auch in Ansehung der Dichtheit und Quantität der Wolle sind unsre
Schaafe sehr verschieden, und es ist fast immer mit einer größern Feinheit und
Elasticität auch mehrere Dichtigkeit des Fließes verbunden.
Es ist nicht zu leugnen, daß unsre Landschaafe mit schlechterer Weide und
Fütterung vorlieb nehmen als die spanischen, und daß sie zugleich härter und
wenigeren Krankheiten unterworfen sind. Wo daher die ganze Wirthschaftseinrichtung ¬
die bessere Weide und Fütterung nicht gestattet, welche die Merinos ¬
wenigstens zu einem befriedigenden Wollertrage erfordern, da kann man
die Beibehaltung der Landschaafe nicht so unbedingt tadeln. Wenn freilich
die Frage entsteht, warum manche Wirthschaft nicht so eingerichtet werde,
daß sie Merinoschaafe statt der Landschaafe vortheilhaft halten könne, so ändert ¬
sich die Ansicht der Sache, und hiervon ist jetzt nicht die Rede. Nur
wo eine Abänderung der Wirthschaftsverhältnisse und Verbesserung der Weiden
nicht ausgeführt wird und werden kann, scheint es mir, daß auch manche Wirthschaft ¬
keinen Vortheil von der Einführung der Merinos gegen die einer guten
Landrage haben werde, zumal wenn durch die allgemeine Verbreitung der Merines ¬
der Preis der guten gröberen Wolle in Verhältniß der feinen steigen
sollte. Ich weiß, daß verschiedene aufmerksame Landwirthe in mehreren Gegenden ¬
schon seit längerer Zeit Versuche mit der Veredlung einländischer Schaafe
in sich selbst gemacht haben; wahrscheinlich sind sie aber nun auch zu der Merinokreuzung ¬
übergegangen. Zum Schlachtvieh schicken sich die Landschaafe, und
besonders gewisse Arten derselben, ohne allen Zweifel besser als die reinen Meri¬