Volltext : [Produktion vegetabilischer Substanzen] (4)

Die  Schaafzucht.
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man  die  deutschen  Landragen  einer  genaueren  Untersuchung  kaum  werth.  Es
könnte  indessen  wohl  der  Fali  eintreten,  daß  die  Einführung  einer  deutschen
vorzüglichen  Landrage  und  ihre  Veredlung  in  sich  selbst  der  Mühe  lohnte
und  daß  sie  durch  das  Gewicht  ihrer  Wolle,  und  durch  ihre  größere  Härte  dann
vielleicht  durch  ihre  mehrere  Mastfähigkeit  den  höheren  Werth  der  Merinowolle ¬
  ersetzte.
Die  Feinheit,  Elasticität  und  Stärke  der  Landwolle  ist  i.  der  That  sehr
verschieden.  Es  giebt  eine  Art  von  Landschaafen,  aus  deren  Wolle  schon  recht
gute  Mitteltücher  bereitet  werden,  und  die  vorzüglich  dauerhaft  sind.  Es  giebt
andre,  die  so  stichelhaarig  ist,  daß  sie  nur  zu  ganz  groben  Zeugen  gebraucht  werden ¬
  kann.  Auch  in  Ansehung  der  Dichtheit  und  Quantität  der  Wolle  sind  unsre
Schaafe  sehr  verschieden,  und  es  ist  fast  immer  mit  einer  größern  Feinheit  und
Elasticität  auch  mehrere  Dichtigkeit  des  Fließes  verbunden.
Es  ist  nicht  zu  leugnen,  daß  unsre  Landschaafe  mit  schlechterer  Weide  und
Fütterung  vorlieb  nehmen  als  die  spanischen,  und  daß  sie  zugleich  härter  und
wenigeren  Krankheiten  unterworfen  sind.  Wo  daher  die  ganze  Wirthschaftseinrichtung ¬
  die  bessere  Weide  und  Fütterung  nicht  gestattet,  welche  die  Merinos ¬
  wenigstens  zu  einem  befriedigenden  Wollertrage  erfordern,  da  kann  man
die  Beibehaltung  der  Landschaafe  nicht  so  unbedingt  tadeln.  Wenn  freilich
die  Frage  entsteht,  warum  manche  Wirthschaft  nicht  so  eingerichtet  werde,
daß  sie  Merinoschaafe  statt  der  Landschaafe  vortheilhaft  halten  könne,  so  ändert ¬
  sich  die  Ansicht  der  Sache,  und  hiervon  ist  jetzt  nicht  die  Rede.  Nur
wo  eine  Abänderung  der  Wirthschaftsverhältnisse  und  Verbesserung  der  Weiden
nicht  ausgeführt  wird  und  werden  kann,  scheint  es  mir,  daß  auch  manche  Wirthschaft ¬
  keinen  Vortheil  von  der  Einführung  der  Merinos  gegen  die  einer  guten
Landrage  haben  werde,  zumal  wenn  durch  die  allgemeine  Verbreitung  der  Merines ¬
  der  Preis  der  guten  gröberen  Wolle  in  Verhältniß  der  feinen  steigen
sollte.  Ich  weiß,  daß  verschiedene  aufmerksame  Landwirthe  in  mehreren  Gegenden ¬
  schon  seit  längerer  Zeit  Versuche  mit  der  Veredlung  einländischer  Schaafe
in  sich  selbst  gemacht  haben;  wahrscheinlich  sind  sie  aber  nun  auch  zu  der  Merinokreuzung ¬
  übergegangen.  Zum  Schlachtvieh  schicken  sich  die  Landschaafe,  und
besonders  gewisse  Arten  derselben,  ohne  allen  Zweifel  besser  als  die  reinen  Meri¬
            
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