Volltext : [Produktion vegetabilischer Substanzen] (4)

Die  Schaafzucht.
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Man  hat  sie  mit  andern  gewöhnlichen  Landschaafen  durchkreuzt,  und  dann
einen  Mittelschlag  herausgebracht,  den  man  halbedel  nennt,  der  aber  gar
nichts  taugt,  eine  bessere  Fütterung  und  Weide  erfordert,  wenn  er  nicht  ganz
verkröppeln  soll,  und  wenig  mehr  einträgt,  als  diese  reine  Haidschnucke.
§.  102.
Das  Marsch-  oder  Niederungsschaaf,  auch  Friesisches  Schaaf  Das  Marschschaaf. ¬

genannt,  hat  mehrere  Abarten,  die  jedoch  von  demselben  Hauptstamme  herzu
kommen  scheinen,  und  nur  durch  die  Haltung  und  durch  die  Auswahl  der  Individuen ¬
  abgeändert  zuseyn  scheinen.  Die  in  den  fettesten  Gegenden  sind  sehr
groß  und  breit,  und  können  bis  zu  einem  Schlächtergewichte  von  120  Pfd.,
einzlne  noch  ungleich  höher,  getrieben  werden.  Sie  tragen  eine  starke  Wolle,  die
mehr  oder  minder  fein  und  weich,  aber  nie  kraus,  sondern  schlicht  und  sogenannte
Kämmwolle  ist.  Sie  können  im  Durchschnitt  auf  recht  fetten  Weiden  10  Pfd.
Wolle  geben,  die  kleineren  geben  jedoch  nur  6  bis  7  Pfd.  Diese  Wolle  ist  zu
gewissen  Zeugen  sehr  schätzbar,  und  vorzüglich  zu  gestrickten  und  gewebten  Strümpfen, ¬
  weil  sie  sich  durch  die  Feuchtigkeit  nicht  zusammenzieht  oder  einkrümmpt;
aber  zu  Tüchern  ist  sie  nicht  brauchbar.
Sie  bringen  in  der  Regel  zwei  oft  auch  drei  Lämmer,  man  hat  sogar
Beispiele  von  mehreren.  Die  kleinere,  feinknochige  Abart  dieser  Schaafe  wird
schnell  fett,  und  auf  guten  Weiden  schon  im  zweiten  Jahre  schlachtbar.  Sie
geben  viele  Milch,  und  man  melkt  sie  häufig.  Ich  habe  solche  Schaafe,  nicht
von  der  größten  Art,  gesehen,  die  täglich  ein  Quart  Milch  gaben,  und  welche
für  die  Liebhaber  der  Schaafmilch  von  vorzüglicher  Güte  war.
Diese  Schaafe  scheinen  daher  vortheilhaft  zu  seyn,  aber  sie  sind  es  richtig
erwogen  nicht;  denn  sie  erfordern  nach  Verhältniß  ihres  Ertrages  eine  sehr
reiche  Weide  und  Fütterung.  Sie  werden  deshalb  auch  fast  nur  bei  einzelnen
Stücken  in  solchen  Gegenden  gehalten,  wo  man  ihnen  eine  Weide  geben  kann,
die  auf  andere  Weise  nicht  wohl  zu  benutzen  ist.  In  den  eingedeichten  Niederungen ¬
  gehen  sie  an  und  hinter  dem  Deiche.  Wenn  man  sie  fett  machen  will,
so  läßt  man  sie  entweder  zwischen  andrem  Vieh  auf  den  Fettweiden  gehen,  oder
giebt  ihnen  Graskoppeln  ein,  die  anderes  Vieh  nicht  tragen  würden,  die  man
sonst  als  Wiese  benutzt,  aber  nun  ein  Jahr  schonen  und  durch  den  Pferch  beDod ¬
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