Vom Tode.
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schneller nach manchen plötzlichen Todesfällen, z. B. nach Apoplexie,
Asphyrie und Verwundungen. Leveling bemerkte, daß Leichname
von Hingerichteten früher faulen; ich habe dasselbe bei Selbstmördern ¬
erfahren, indem, wenn es mir darum zu thun war, einzelne
Organe aufzubewahren, bisweilen selbst der reinste Weingeist die
Fäulniß nicht zu hemmen vermochte, und der aufgeregte Seelenzustand ¬
vor dem Tode scheint die vornehmste Ursache davon zu seyn.
C) Was die einzelnen Organe betrifft, so tritt die Fäulniß zuerst
in den Verdauungsorganen und im Gehirne ein; demnächst in den
Muskeln, welche vermöge ihres Blutgehaltes den vorzüglichsten Sit
der Fäulniß abgeben; später in der Haut und in den Lungen, wenn
sie blutleer sind; noch später in den fibrösen Membranen und den
Arterien. Gebilde, welche mehr Product als productiv sind, deren
Lebensthätigkeit gering ist, und deren Substanz kein Wasser, vielmehr ¬
überwiegende erdige Theile oder geronnenen Eiweißstoff enthält, ¬
sind der eigentlichen Fäulniß nicht unterworfen; dahin gehören
vorzüglich die hornartigen, epidermatischen Gebilde, Nägel, Haarund ¬
der Schmelz der Zähne. Auch Knochen erhalten sich sehr
lange, wenn Luft und Wasser abgehalten wird; so fand man zu
St. Denis in einem hölzernen Kasten innerhalb eines steinernen
Grabmahles die Knochen vom Könige Dagobert 1200 Jahre nach
dessen Tode, und bei dem egyptischen Grabmahle, welches Pessalaqua ¬
entdeckte, und das gegen 3000 Jahre alt seyn soll, sind die
Knochen des dabei geopferten Stieres so unversehrt, daß man ein
so hohes Alter derselben bezweifeln möchte. Organe, in welchen
eine krankhafte Aufregung, Congestion, Entzündung, Eiterung u.
s. w. Statt gefunden hat, faulen früher als gesunde; gelähmte und
eingeschrumpfte Theile später. D) Die Beschaffenheit des Mediums
bestimmt den Fortgang der Fäulniß. g) An der freien Luft schreitet ¬
sie am schnellsten fort, besonders wenn Wärme und Feuchtigkeit
hinzukommt, Insectenlarven im Leichname ausgebrütet worden sind,
oder Pilze sich darauf erzeugt haben. Vermehrter Luftdruck erschwert
die Fäulniß; doch in sehr verdünnter und eingeschlossener Luft sinkt
nach Anschwellung durch die entwickelten Gase der Leichnam bald
zusammen und wird zur Fäulniß weniger geneigt (Nr. 386. S. 10fg.).
h) Im Wasser fault er langsamer, kommt er aber dann an die