Volltext : Dritter Band (3)

Vom  Tode.
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schneller  nach  manchen  plötzlichen  Todesfällen,  z.  B.  nach  Apoplexie,
Asphyrie  und  Verwundungen.  Leveling  bemerkte,  daß  Leichname
von  Hingerichteten  früher  faulen;  ich  habe  dasselbe  bei  Selbstmördern ¬
  erfahren,  indem,  wenn  es  mir  darum  zu  thun  war,  einzelne
Organe  aufzubewahren,  bisweilen  selbst  der  reinste  Weingeist  die
Fäulniß  nicht  zu  hemmen  vermochte,  und  der  aufgeregte  Seelenzustand ¬
  vor  dem  Tode  scheint  die  vornehmste  Ursache  davon  zu  seyn.
C)  Was  die  einzelnen  Organe  betrifft,  so  tritt  die  Fäulniß  zuerst
in  den  Verdauungsorganen  und  im  Gehirne  ein;  demnächst  in  den
Muskeln,  welche  vermöge  ihres  Blutgehaltes  den  vorzüglichsten  Sit
der  Fäulniß  abgeben;  später  in  der  Haut  und  in  den  Lungen,  wenn
sie  blutleer  sind;  noch  später  in  den  fibrösen  Membranen  und  den
Arterien.  Gebilde,  welche  mehr  Product  als  productiv  sind,  deren
Lebensthätigkeit  gering  ist,  und  deren  Substanz  kein  Wasser,  vielmehr ¬
  überwiegende  erdige  Theile  oder  geronnenen  Eiweißstoff  enthält, ¬
  sind  der  eigentlichen  Fäulniß  nicht  unterworfen;  dahin  gehören
vorzüglich  die  hornartigen,  epidermatischen  Gebilde,  Nägel,  Haarund ¬
  der  Schmelz  der  Zähne.  Auch  Knochen  erhalten  sich  sehr
lange,  wenn  Luft  und  Wasser  abgehalten  wird;  so  fand  man  zu
St.  Denis  in  einem  hölzernen  Kasten  innerhalb  eines  steinernen
Grabmahles  die  Knochen  vom  Könige  Dagobert  1200  Jahre  nach
dessen  Tode,  und  bei  dem  egyptischen  Grabmahle,  welches  Pessalaqua ¬
  entdeckte,  und  das  gegen  3000  Jahre  alt  seyn  soll,  sind  die
Knochen  des  dabei  geopferten  Stieres  so  unversehrt,  daß  man  ein
so  hohes  Alter  derselben  bezweifeln  möchte.  Organe,  in  welchen
eine  krankhafte  Aufregung,  Congestion,  Entzündung,  Eiterung  u.
s.  w.  Statt  gefunden  hat,  faulen  früher  als  gesunde;  gelähmte  und
eingeschrumpfte  Theile  später.  D)  Die  Beschaffenheit  des  Mediums
bestimmt  den  Fortgang  der  Fäulniß.  g)  An  der  freien  Luft  schreitet ¬
  sie  am  schnellsten  fort,  besonders  wenn  Wärme  und  Feuchtigkeit
hinzukommt,  Insectenlarven  im  Leichname  ausgebrütet  worden  sind,
oder  Pilze  sich  darauf  erzeugt  haben.  Vermehrter  Luftdruck  erschwert
die  Fäulniß;  doch  in  sehr  verdünnter  und  eingeschlossener  Luft  sinkt
nach  Anschwellung  durch  die  entwickelten  Gase  der  Leichnam  bald
zusammen  und  wird  zur  Fäulniß  weniger  geneigt  (Nr.  386.  S.  10fg.).
h)  Im  Wasser  fault  er  langsamer,  kommt  er  aber  dann  an  die
            
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