Zweites Buch.
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Verbindung ein, und selbst je mehr sie in Hinsicht auf Quantität
einander entsprechen, um so inniger ist die Verbindung. Das chemisch ¬
Verwandte spricht seine Sehnsucht zur Verbindung in Wir
kungen aus der Ferne aus: der Staub des Metallkalks steigt gegen
das Gesetz der Schwere vom Boden einer Flüssigkeit aufwärts, um
sich mit dem Schwefelwasserstoffgas zu vereinen, welches deren Oberfläche ¬
berührt; der aufgelöste Kalk steigt der Kohlensäure Klaftern
hoch entgegen, und die Luft senkt sich abwärts und durchdringt das
Wasser, um sich mit dem an seinem Boden befindlichen unvollkommenen ¬
Kupferammonium zu verbinden (Nr. 3. I. S. 21.); Kalium ¬
und Phosphor haben so mächtige Anziehungskraft zum Sauerstoffe, ¬
daß sie selbst unter Wasser verbrennen.
§. 262. Die Liebe überhaupt beruht also auf dem ursprünglichen ¬
Einsseyn des Mannichfaltigen. Da nun Gott die absolute
Einheit ist, welche aus sich alle Mannichfaltigkeit erschafft und erhält, ¬
so muß er als Wirkendes (natura naturans) in Beziehung
zu dem Gewirkten (natura naturata) auch die absolute Liebe oder
die Urliebe seyn. Alle Liebe einzelner endlicher Wesen ist demnach
bloß der Wiederschein des Göttlichen. Im Endlichen ist nämlich die
ursprüngliche Einheit in eine Mannichfaltigkeit auseinander gewichen
und hier tritt nun die Liebe auf als die Wirksamkeit der Einheit, aus
welcher das Verschiedenartige ursprünglich hervorgegangen ist; als
das sehnsuchtsvolle Streben, aus der Getrenntheit und Beschränktheit ¬
hervorzugehen und die Einheit wieder herzustellen und zu behaupten, ¬
als die Befriedigung, welche durch solche Verwirklichung
der Einheit gewonnen wird. Sie erscheint als das allgemeine, erhaltende ¬
Princip, welches das Weltall zusammenhält. So ist nach
den ältesten Naturphilosophen die Liebe die ursprüngliche Anziehungskraft, ¬
welche sich im Chaos regte, die Ursache der Schöpfung wurde
und die Harmonie des Weltalls giebt. Sie äußert sich aber in viel
fältigen Beziehungen und Formen, entsprechend dem Standpuncte,
welchen das endliche Wesen empfangen oder sich gewählt hat. Im
Unorganischen offenbart sie sich im äußeren Seyn und im äußeren
Wirken; im Organischen erscheint sie uns noch deutlicher mit dem
Leben identisch, da wir hier den Organismus, welcher ein Abbild
des Weltganzen ist, zu überschauen vermögen; im Beseelten, wo