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der einer Wassersäule von 10 Meter Höhe ist. Ließe sich der Dampf wieder vollkommen in
Wässer verwandeln (condensiren), so wäre nach den vorigen Sätzen die lebendige Kraft im
Stande, 1700 Cubikcentimeter um 10 Meter zu erheben, oder, was auf dasselbe hinausläuft,
17 Kilogramme um 1 Meter zu erheben.
Da nun bekanntlich eben so viel Wärme erforderlich ist, um eine Gramme Wasser in
Dämpfe zu verwandeln, als die Temperatur von 666 Grammen Wasser um 1° (nach dem
hunderttheiligen Thermometer) zu erhöhen; also auch, um die Temperatur von 2500 Grammen
Luft um eben so viel zu erhöhen, wenn der Barometerstand einer 10 Meter hohen Wassersäule
gleich gesetzt wird und wenn man, den von Laroche und Berard angestellten Versuchen gemäß, ¬
annimmt, daß sich die eigenthümliche Wärme der Luft zu der des Wassers wie 0,267 : 1
verhält. Die Elasticität dieser Luft würde dann um 0,0375 Meter vermehrt werden, die erzeugte
lebendige Kraft würde daher im Stande sein, eine Wassermenge, deren Volumen eben so groß,
wie das von 2500 Grammen Luft ist, auf 0,0375 Meter Höhe zu erheben. Dies Volumen
beträgt 1925 Cubikdecimeter, und es ist daher die gesuchte lebendige Kraft so groß, wie die
vermittelst welcher eine Last von 72,2 Kilogrammen ein Meter hoch erhoben werden kann, was
mehr als das Vierfache von dem ist, was durch den Dampf bewirkt werden könnte.
Obgleich ich keinesweges die Absicht hege, aus der vorstehenden Näherungsrechnung irgend
eine Folgerung in Bezug auf die beste Anwendung der Hitze als bewegende Kraft zu machen,
so wird es doch immer zu glauben erlaubt sein, daß die Vervollkommnung solcher Maschinen,
in welchen, wie in dem Pyreolophore von Niepce1), die durch plötzliche Erhitzung ausgedehnte ¬
Luft als bewegende Kraft gebraucht wird, einigen Vortheil gewähren dürfte.
*) Die von Niepee erfundene Maschine gehört in §. 2. Da sie nicht allgemein bekannt ist, so halten wir
es für nützlich, wenigstens mit einigen Worten den sinnreichen Grundsatz anzugeben, auf welchem ihre
Einrichtung beruht.
Die Luftmasse, durch deren Erhißzung die bewegende Kraft hervorgebracht werden soll, befindet sich
in einem auf einer Seite sehr dicht verschlossenen Behälter von Kupfer. In den Wänden dieses Gefäßes ¬
befinden sich zwei Oeffnungen, auf deren jede eine Röhre trifft. In der einen Röhre befindet sich
ein Kolben, auf welchen die Luft in dem Augenblicke, in welchem sie ausgedehnt wird, einen Drudh
ausübt, welcher im Stande ist, irgend eine Last, z. B. eine Wassersäule zu erheben. In der andern
sehr engen Röhre befinden sich zwei Oeffnungen, durch deren eine, die dem Gefäße zunächst liegt, die
Flamme einer kleinen Lampe oder eines Dochtes geht und deren andere zur Aufnahme eines außerordentlich ¬
leicht brennbaren pulverisirten Stoffes dient. Mit dem äußern Ende dieser Röhre ist die
Röhre eines Blasebalges verbunden, vermittelst, dessen man stets nach gleich langen Zeiträumen eine gewisse ¬
Menge Luft in den Behälter treibt. Diese Luft trifft auf ihrem Wege den erwähnten brennbaren
Stoff und treibt ihn durch die Flamme in das Gefäß, wo er in vollem Brande ankommt. Der durch
die ihm mitgetheilte Bewegung aus einander gestreute brennbare Stoff dehnt die ganze im Behälter
eingeschlosene Luftmasse plöglich und gleichzeitig aus und bringt daher eine Art von Exploson hervor,
durch welche der Kolben in Bewegung gesetzt wird.