Inhaltsverzeichnis : Lanz, José María: Versuch über die Zusammensetzung der Maschinen

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der  einer  Wassersäule  von  10  Meter  Höhe  ist.  Ließe  sich  der  Dampf  wieder  vollkommen  in
Wässer  verwandeln  (condensiren),  so  wäre  nach  den  vorigen  Sätzen  die  lebendige  Kraft  im
Stande,  1700  Cubikcentimeter  um  10  Meter  zu  erheben,  oder,  was  auf  dasselbe  hinausläuft,
17  Kilogramme  um  1  Meter  zu  erheben.
Da  nun  bekanntlich  eben  so  viel  Wärme  erforderlich  ist,  um  eine  Gramme  Wasser  in
Dämpfe  zu  verwandeln,  als  die  Temperatur  von  666  Grammen  Wasser  um  1°  (nach  dem
hunderttheiligen  Thermometer)  zu  erhöhen;  also  auch,  um  die  Temperatur  von  2500  Grammen
Luft  um  eben  so  viel  zu  erhöhen,  wenn  der  Barometerstand  einer  10  Meter  hohen  Wassersäule
gleich  gesetzt  wird  und  wenn  man,  den  von  Laroche  und  Berard  angestellten  Versuchen  gemäß, ¬
  annimmt,  daß  sich  die  eigenthümliche  Wärme  der  Luft  zu  der  des  Wassers  wie  0,267  :  1
verhält.  Die  Elasticität  dieser  Luft  würde  dann  um  0,0375  Meter  vermehrt  werden,  die  erzeugte
lebendige  Kraft  würde  daher  im  Stande  sein,  eine  Wassermenge,  deren  Volumen  eben  so  groß,
wie  das  von  2500  Grammen  Luft  ist,  auf  0,0375  Meter  Höhe  zu  erheben.  Dies  Volumen
beträgt  1925  Cubikdecimeter,  und  es  ist  daher  die  gesuchte  lebendige  Kraft  so  groß,  wie  die
vermittelst  welcher  eine  Last  von  72,2  Kilogrammen  ein  Meter  hoch  erhoben  werden  kann,  was
mehr  als  das  Vierfache  von  dem  ist,  was  durch  den  Dampf  bewirkt  werden  könnte.
Obgleich  ich  keinesweges  die  Absicht  hege,  aus  der  vorstehenden  Näherungsrechnung  irgend
eine  Folgerung  in  Bezug  auf  die  beste  Anwendung  der  Hitze  als  bewegende  Kraft  zu  machen,
so  wird  es  doch  immer  zu  glauben  erlaubt  sein,  daß  die  Vervollkommnung  solcher  Maschinen,
in  welchen,  wie  in  dem  Pyreolophore  von  Niepce1),  die  durch  plötzliche  Erhitzung  ausgedehnte ¬
  Luft  als  bewegende  Kraft  gebraucht  wird,  einigen  Vortheil  gewähren  dürfte.
*)  Die  von  Niepee  erfundene  Maschine  gehört  in  §.  2.  Da  sie  nicht  allgemein  bekannt  ist,  so  halten  wir
es  für  nützlich,  wenigstens  mit  einigen  Worten  den  sinnreichen  Grundsatz  anzugeben,  auf  welchem  ihre
Einrichtung  beruht.
Die  Luftmasse,  durch  deren  Erhißzung  die  bewegende  Kraft  hervorgebracht  werden  soll,  befindet  sich
in  einem  auf  einer  Seite  sehr  dicht  verschlossenen  Behälter  von  Kupfer.  In  den  Wänden  dieses  Gefäßes ¬
  befinden  sich  zwei  Oeffnungen,  auf  deren  jede  eine  Röhre  trifft.  In  der  einen  Röhre  befindet  sich
ein  Kolben,  auf  welchen  die  Luft  in  dem  Augenblicke,  in  welchem  sie  ausgedehnt  wird,  einen  Drudh
ausübt,  welcher  im  Stande  ist,  irgend  eine  Last,  z.  B.  eine  Wassersäule  zu  erheben.  In  der  andern
sehr  engen  Röhre  befinden  sich  zwei  Oeffnungen,  durch  deren  eine,  die  dem  Gefäße  zunächst  liegt,  die
Flamme  einer  kleinen  Lampe  oder  eines  Dochtes  geht  und  deren  andere  zur  Aufnahme  eines  außerordentlich ¬
  leicht  brennbaren  pulverisirten  Stoffes  dient.  Mit  dem  äußern  Ende  dieser  Röhre  ist  die
Röhre  eines  Blasebalges  verbunden,  vermittelst,  dessen  man  stets  nach  gleich  langen  Zeiträumen  eine  gewisse ¬
  Menge  Luft  in  den  Behälter  treibt.  Diese  Luft  trifft  auf  ihrem  Wege  den  erwähnten  brennbaren
Stoff  und  treibt  ihn  durch  die  Flamme  in  das  Gefäß,  wo  er  in  vollem  Brande  ankommt.  Der  durch
die  ihm  mitgetheilte  Bewegung  aus  einander  gestreute  brennbare  Stoff  dehnt  die  ganze  im  Behälter
eingeschlosene  Luftmasse  plöglich  und  gleichzeitig  aus  und  bringt  daher  eine  Art  von  Exploson  hervor,
durch  welche  der  Kolben  in  Bewegung  gesetzt  wird.
            
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