296
Vom Magnet.
r. Daher kann z. B. eine Nähnadel, die an dem
Magnet hängt, eine andere auziehen, diese wieder eine
andere, und so mehrere.
2. Streicht man mit einem Pol eines Magnets
über ein Eisen hin, so hat es anfangs an dem Ende,
wo man den Magnet aufsetzt, den ungleichnamigen, und
an dem andern Ende den gleichnamigen Pol; ist man
aber bis ans Ende gekommen, so sind beyde Pole verwechselt, ¬
das erstere Ende hat den gleichnamigen, und
das letztere den ungleichnamigen. Es muß daher für jedes ¬
eine Stelle geben, wo seine Polarität in die entgegengesetzte ¬
übergeht. Dieß ist Brugmanns Indifferenzpunkt. ¬
Van Swinden hat noch gefunden,
daß während des Streichens die Kraft des abgekehrten
Endes anfänglich wächst, nachher abnimmt, und zuletzt
in die entgegengesetzte Polarität übergeht; und er nennt
die Stelle, an der der Magnet stehen muß, damit
jene Kraft am größten werde, den culminirenden ¬
Punkt.
373. Man kann die Pole eines Magnets nicht
blos aus ihrer Richtung, wenn der Magnet frey
schwebt, sondern auch aus ihrem Verhalten gegen
die Pole eines andern Magnets erkennen. Es ist
nehmlich ein Hauptgesetz des Magnetismus, daß
nur die ungleichnamigen Pole zweyer
Magnete einander anziehen, die gleichnamigen ¬
hingegen einander zurückstoßen. ¬
Daher heißen jene auch freundschaftliche, ¬
diese aber feindschaftliche Pole. Bringt
man also den Nordpol oder Südpol eines bekannten ¬
Magnets an den einen Pol eines andern, den
man untersuchen will, so kann man aus der An¬