Inhaltsverzeichnis : Kries, Friedrich Christian: Lehrbuch der Physik

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Vom  Magnet.
r.  Daher  kann  z.  B.  eine  Nähnadel,  die  an  dem
Magnet  hängt,  eine  andere  auziehen,  diese  wieder  eine
andere,  und  so  mehrere.
2.  Streicht  man  mit  einem  Pol  eines  Magnets
über  ein  Eisen  hin,  so  hat  es  anfangs  an  dem  Ende,
wo  man  den  Magnet  aufsetzt,  den  ungleichnamigen,  und
an  dem  andern  Ende  den  gleichnamigen  Pol;  ist  man
aber  bis  ans  Ende  gekommen,  so  sind  beyde  Pole  verwechselt, ¬
  das  erstere  Ende  hat  den  gleichnamigen,  und
das  letztere  den  ungleichnamigen.  Es  muß  daher  für  jedes ¬
  eine  Stelle  geben,  wo  seine  Polarität  in  die  entgegengesetzte ¬
  übergeht.  Dieß  ist  Brugmanns  Indifferenzpunkt. ¬
  Van  Swinden  hat  noch  gefunden,
daß  während  des  Streichens  die  Kraft  des  abgekehrten
Endes  anfänglich  wächst,  nachher  abnimmt,  und  zuletzt
in  die  entgegengesetzte  Polarität  übergeht;  und  er  nennt
die  Stelle,  an  der  der  Magnet  stehen  muß,  damit
jene  Kraft  am  größten  werde,  den  culminirenden ¬
  Punkt.
373.  Man  kann  die  Pole  eines  Magnets  nicht
blos  aus  ihrer  Richtung,  wenn  der  Magnet  frey
schwebt,  sondern  auch  aus  ihrem  Verhalten  gegen
die  Pole  eines  andern  Magnets  erkennen.  Es  ist
nehmlich  ein  Hauptgesetz  des  Magnetismus,  daß
nur  die  ungleichnamigen  Pole  zweyer
Magnete  einander  anziehen,  die  gleichnamigen ¬
  hingegen  einander  zurückstoßen. ¬
  Daher  heißen  jene  auch  freundschaftliche, ¬
  diese  aber  feindschaftliche  Pole.  Bringt
man  also  den  Nordpol  oder  Südpol  eines  bekannten ¬
  Magnets  an  den  einen  Pol  eines  andern,  den
man  untersuchen  will,  so  kann  man  aus  der  An¬
            
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