XXXII
sung; in seiner letzten Publikation sagt er: „Und erinnern
wir uns dann eines Mannes im letzten Jahrhundert, viel-
leicht des größten Politikers, den die Erde überhaupt ge-
sehen. Mäßigung im Erfolge, nach Möglichkeit vermeiden
vor allem, was zu bleibender Verbitterung führen müßte,
Anerkennung auch des Gegners als eines Gleichstehenden
und Hinblick auf eine Zukunft, wo ein festes Bündnis mit
ihm auch uns förderlich sein dürfte. Das sind die Gedanken,
aus denen Staatenverbände und Staatenrecht wie selbst-
verständliche Dinge hervorsprießen“; und das letzte Wort
von Bedeutung, das ich von ihm gehört, war — wie aus
einer Vision — ein Bekenntnis zu Bismarck im Hinblick
auf den Weltkrieg; ich deute dieses Wort auf die un-
erfüllte Sehnsucht, das Jenseits im Diesseits, welches so
oft das herbe Kennzeichen eines großen Lebens ist; aber
auch darauf deute ich es, daß er, der Offizier war und
Professor, Antiquar und Essayist, Gelehrter nicht bloß
des Rechts und Praktiker im Recht, der wie eine Re-
naissance - Figur in dem heutigen Gelehrtenstande sich
reckte — daß Emst Immanuel Bekker in den Herzen derer,
die ihm nahe standen, fortleben wollte auch als: ein treuer,
deutscher Bewunderer Ottos von Bismarck, — des ersten An-
bahners eines wahren Staatenrechtes und vielleicht des
größten Politikers, den die Erde getragen.