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zu helfen, denn sie hatte das Einzige verloren, was
ihre weltbewegende Kraft bildet, ihre Freiheit!
Die freigeborene Tochter des Himmels, den Menschen
gesandt zur Erlösung, war herabgesunken in die
Knechtschaft und dadurch sogar selbst zum Knechtungsmittel ¬
geworden. In den Dienst irdischer
Herrschaft gelockt und gezwungen lehrte sie dem Volke
wohl die Pflicht des Gehorsams, nicht aber
den höhern und herrschenden Persönlichkeiten, von
welchen sie ja selbst regiert wurde, die Pflichten
gegen ihre Untergebenen. Ausnahmen gab es wohl,
im Allgemeinen aber theilte die Kirche die Rechte und
Pflichten der Obrigkeit und Unterthanen nicht mehr,
wie es im Mittelalter meist der Fall gewesen, gegenseitig
gleichmäßig aus, sondern sie lehrte nur zu oft, das Volk
habe zu gehorchen und die Herren hätten zu
befehlen, dies wäre Gottes Wille und religiöses
Gebot, ohne besondere Rücksicht auf den Inhalt des
Gehorsams und der Befehle. In den protestantischen ¬
Ländern zur Staatskirche herabgewürdigt
und verknöchert, als büreaukratische und Polizeianstalt
betrachtet und regiert, in den katholischen in die
Fesseln einer römisch=rechtlich erzogenen, allmälig zum
Unglauben neigenden Büreaukratie geschlagen (in
Frankreich durch den Gallicanismus sogar systematisch ¬
corrumpirt), in Folge dessen selbst in
wachsendem Maaße vom Unglauben ergriffen
und vielfach von ihren eigenen Söhnen oft in
der scandalösesten Weise als gewöhnliche irdische
Anstalt und Milchkuh betrachtet — hatte die Kirche
ihren hohen, socialen Beruf fast ganz vergessen, ¬
ihren einst so mächtigen Einfluß nach oben
und unten hin durch die Glaubensspaltung und deren
Folgen fast vollständig verloren! Sie konnte dem
Bauer nicht mehr helfen.
Auch aus eigener Kraft sich zu befreien
war er nicht mehr im Stande. Hatte er ja, wie
schon bemerkt, gleich den andern Ständen unseres
Volkes selbst die Erinnerung an seine frühere glückliche
Lage verloren. Diese Erinnerung an seine einstige