Full text : Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1826, Bd. 2 (1826))

(Hauptblatt.)
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bald  seinen  Handel  einstellen  müssen;  und  Käufer,  die  einzig  auf
die  Redlichkeit  der  Gewerbs=  und  Handelsleute  vertrauen,  werden -
  um  so  häufiger  verkürzet,  da  selbst  die  besser  gesinnten  Verkäufer -
  sich  eine  eigene,  auch  von  einigen  Philosophen  unterstützte
Handelsmoral,  und  insbesondere  die  Maxime  bilden:  man  müsse
bey  dem  so  häufig  wechselnden  Werthe  der  Sachen  in  günstigeren -
  Zeiten  die  Käufer  beträchtlich  überhalten;  oder  sich  wegen  der
zahlungsflüchtigen  Käufer  an  den  übrigen  Käufern  schadlos  halten. -
  Dagegen  würde  auch  ein  verdachtvoller  Handelsmann,  der
keiner  Kundschaft  ohne  Pfand  oder  Bürgen  borgen  wollte,  seinen
Handel  sehr  einschränken  müssen;  und  zu  vorsichtige  Käufer,  die
auch  von  den  billigsten  Preisen  noch  abkargen  wollen,  fallen  am
Ende  um  scheinbar  geringen  Preis  verkaufenden  Betrügern  in
die  Hände  nach  dem  Sprichworte:  Wer  wohlfeil  kauft,  kauft  theuer.
Ein  Haushälter,  der  ohne  Auswahl  und  Prüfung  seine  Dienerschaft -
  bestellt,  oder  ohne  sie  zu  beobachten,  ihnen  die  lockende
Gelegenheit  anbiethet,  sich  auf  seine  Kosten  zu  bereichern,  wird
unfehlbar  zu  Schaden  kommen.  Wer  sich  aber  zur  Maxime  macht,
Alle  die  ihn  umgeben,  argwöhnisch  zu  beobachten,  verscheut  redliche -
  Diener,  die  sich  durch  den  Argwohn  gekränkt  fühlen.  Er
selbst  verbittert  sich  durch  unaufhörliche  Besorgnisse  das  Leben,
oder  bestellt  so  viele  Wächter,  einen  über  den  andern,  daß  seine
Einkünfte  erschöpft  werden  müssen.
Für  die  äußere  und  innere  Politik  zu  einer  vorsichtigen  Beurtheilung -
  des  rechtlichen  und  sittlichen  Werthes  einzelner  Menschen, -
  kleinerer  Gesellschaften  und  ganzer  Nationen  sorgten  die
Machiavellischen  und  Antimachiavellischen,  die  Hobesischen  und  Antihobesischen -
  Schriften,  die  schon  auf  dem  Titelblatte  sich  derb  aussprechende -
  Abhandlung  de  politica  genuina  et  diabolica,  und
die  Abhandlungen  mehrerer  schätzbarer  Schriftsteller  über  die  Grenzen -
  der  Politik  und  Moral.
Max-Planck-Institut  für
            
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