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zösischen Rechtes und nahm auch noch die Einzelfirma in
den Kreis auf.
Mit seiner Polemik gegen das deutsche System hat Munzinger ¬
vollkommen Recht, es schadet, mehr als es nützt. Prinzipiell ¬
richtig ist nur entweder volle Firmenwahrheit oder volle
Freiheit; dann weiss wenigstens jeder, woran er sich zu halten
hat. Zu letzterer gehört aber, sofern man überhaupt Firmen
anerkennen und schützen und nicht alles dem Richter und
der concurrence déloyale überlassen will, ein genaues Handelsregister ¬
mit dem Grundsatze, dass nur die eingetragene Firma
als solche gelte, und mit dem unbeschränkten Recht der
Priorität für die eingetragene Firma, sowie ein streng gehandhabtes ¬
Verbot des Missbrauchs einer solchen. Das Handelsregister ¬
böte damit eine Art von unanfechtbarem Civilstand für
die Firmen.
Munzinger betrachtete sein System als einen Fortschritt
zur Freiheit, die Gesetzgeber von 1882 das ihre als einen
solchen zur Ordnung; denn Rückschrittler will doch keiner
sein. Was ist nun Fortschritt, Freiheit oder Ordnung? Darüber
gehen bekanntlich die Ansichten sehr auseinander. Den Uebergang ¬
vom Hirtenleben zur bäuerlichen Niederlassung und von
dieser zum Städtebau betrachtete man als Fortschritt, heute
möchten manche Volkswirtschafter die Städte am liebsten
wieder vernichten. Jubelnd schaffte man vor einigen Jahrzehnten ¬
die Todesstrafe ab und hielt das für einen Fortschritt
des Humanismus, wenige Jahre darauf führten sie viele Kantone -
wieder ein. Mit grosser Anstrengung wurden s. Z. die
Fesseln des Zunftzwanges gesprengt, heute versucht man denselben ¬
unter einem andern Namen wieder einzuschmuggeln. Zweifellos -
war die Ungebundenheit und in diesem Sinne die
Freiheit das Ursprüngliche, die Gebundenheit, die Ordnung
das Spätere, beide besitzen ihr Gutes, beide ihre Excesse
die wahre Freiheit liegt in einer gleichen und gleichmässig gehandhabten ¬
Ordnung für Alle. So auch hier; denn die Ordnung ¬
sichert den Verkehr, verhindert die Täuschung und gleicht
die Kräfte aus. Warum soll man auf geistigem Gebiet den
Krieg Aller gegen Alle befürworten, den man sonst verwirft,