thumbs : Sechster Band (6)

§.  1006.
Von  den  Lebenskräften.
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Sinne  ein  besondres  Fremdes  offenbar.  Der  Dualismus  ist  also
das  oberste  Princip  für  alles  Empirische,  Erscheinende;  aber  wir
verlangen  Erkenntniß  des  Ursprünglichen  an  den  sinnlichen  Thatsachen. ¬
  Unsre  Vernunft  bleibt  beim  Dualismus  unbefriedigt;
denn  während  ihr  ganzes  Streben  darauf  gerichtet  ist,  im  Hin
tergrunde  der  Mannichfaltigkeit  die  Einheit  zu  erblicken,  verharrt
der  Dualismus  bei  der  Wahrnehmung  des  Oberflächlichen,  Mannichfaltigen. ¬
  Der  Gegensatz  kann  nicht  das  Höchste  sein,  denn
er  drückt  eben  bloß  verschiedne  Arten  des  Daseins  aus,  welche  ein
allgemeines  Sein  voraussetzen.  Im  Gegensatze  liegt  der  Begrif
der  Beschränktheit,  der  Gränzen  für  ein  Einzelnes,  jenseits  welcher ¬
  ein  Andres  liegt;  wir  suchen  aber  die  Grundursache,  die  nicht
selbst  wieder  beschränkt  sein  kann.  Wäre  endlich  der  Gegensatz
ein  ursprünglicher  und
absoluter,  so  könnten  seine  Glieder  nichts
mit  einander  gemein  haben;  durch  eine  unübersteigliche  Kluft  von
einander  getrennt,  vermöchten  sie  sich  nicht  zu  berühren  und  au
einander  einzuwirken.
B)  Das  Uranfängliche  müssen  wir  also  B.
über  dem  Gegensatze,
in  der  Einheit  suchen;  und  zwar  ist  dies
nur  möglich  entweder  im  Materiellen,  oder  im  Ideellen,  oder  in
der  Identität  beider.
a)  Der  Materialismus  legt  dem  Körperlichen ¬
  allein  Wirklichkeit  bei,  und  findet  den  Grund  aller  Naturerscheinungen ¬
  in  den  ursprünglichen  Eigenschaften  der  Materie.
Indem  er  aber  das  Dasein  der  Materie  allein  für  gewiß,  und
nichts  als  die  Erkenntniß  derselben  für  sicher  hält,  giebt  er  sich
schon  einer  Täuschung  preis.  Denn  das  ursprünglich  Gewisse  für
uns  liegt  im  Selbstbewußtsein:  es  ist  das  unmittelbar  sich  kund
gebende  Ich,  welchem  die  Eigenschaften  der  Materie  abgehen.
Die  äußre  Wahrnehmung  ist  nichts  Andres  als  das  Gewahrwerden ¬
  einer  ohne  unser  Zuthun  entstandenen  Veränderung  in  unsrem
Ich;  das  Beharrliche,  Außre,  welches  diese  Veränderung  hervorbringt, ¬
  oder  die  Materie  liegt  unsrem  Ich  fern:  unmittelbar  erkennen ¬
  wir  sie  nicht  selbst,  sondern  nur  die  Wirkung,  die  sie  auf
uns  ausübt;  wir  lernen  bei  der  Sinnenerkenntniß  bloß  durch  eine
Thätigkeit  (die  Empfindung)  nichts  als  eine  Thätigkeit  (Ausdehnung, ¬
  Undurchdringlichkeit  u.  s.  w.)  kennen;  diese  ist  also  der
eigentliche  Gegenstand  unsrer  Wahrnehmung,  und  die  Materie
            
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