Vierzehntes Buch.
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theile, unterstützt durch die Verschiedenheit der Dichtigkeit und Cohäsion ¬
der einander durchdringenden Stoffe, so wie vermöge der
nicht zu voller Ausgleichung gediehenen Verbindung derselben charakterisirt ¬
sich die organische Substanz durch größere Veränderlichkeit ¬
und Zersetzbarkeit. Für immer besteht sie aus Kohlenstoff
Wasserstoff und Sauerstoff; wo noch der Stickstoff hinzutritt,
wird auch die Zersetzbarkeit, namentlich die Neigung zu fauliger
Gährung, erhöht. Nun ist allerdings ein Streben des Kohlenstoffs, ¬
mit Sauerstoff Kohlensäure, des Wasserstoffs, mit Sauer
stoff Wasser, und des Stickstoffs, mit Wasserstoff Ammonium zu
bilden, vorhanden; aber es wird nur an der Gränze des Organismus, ¬
in den Ausscheidungen, und auch hier nur unvollkommen
realisirt, indem jeder Stoff durch den dritten verhindert wird, mit
dem andern eine vollkommene binäre Verbindung einzugehen. Der
Stickstoff verhält sich gegen den Sauerstoff positiv, gegen Kohlenstoff ¬
und Wasserstoff negativ; der Kohlenstoff gegen Sauerstoff
und Stickstoff positiv, gegen Wasserstoff negativ. d) Indem die
Stoffe in mannichfaltigen, wechselnden Verhältnissen verbunden sind
giebt es nirgends feststehende stöchiometrische Proportionen in der
organischen Substanz; und da auch die organischen Formen, namentlich ¬
auf ihren höhern Stufen, so zusammengesetzt sind, daß sie
sich nicht geometrisch bestimmen lassen, so geht daraus hervor, daß
hier die Mathematik überhaupt keine Anwendung findet. — B
Wiewohl aber die Proportion der Stoffe untereinander nicht streng
und unwandelbar ist, so ist sie doch auch nicht ganz unbestimmt
und zufällig; sie hält sich nicht auf einer scharfen Linie, sondern
dehnt sich zu einer gewissen Breite aus, ohne darum aller Begränzung ¬
zu ermangeln. Wie wir bei jeder Gattung von Organismen ¬
eine mittlere Größe erkennen, die von der riesenhaften und
der zwerghaften gleich weit entfernt ist: so kommt es darauf an,
aus einer Reihe von Analysen, welche in derselben Gattung an
verschiedenen Individuen, und, in wiefern dies thunlich ist, bei
demselben Individum zu verschiedenen Zeiten angestellt worden sind, die
mittlere Proportion der Stoffe zu abstrahiren. Aber die Chemiker
haben hier noch wenig oder gar nichts geleistet. Ja, es hat Keiner
von ihnen sämmtliche Gebilde vergleichend analysirt, sondern Jeder