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schwingende Theile entstehen, welches sich an einer Saite durch schmale darauf gelegte Papierstreifen ¬
sichtbar zeigen läßt, indem diese auf den Schwingungsknoten rühig bleiben, von den
schwingenden Stellen aber herabgeworfen werden. Auch wird das Angeben eines andern consonirenden ¬
Tones schon einigermaßen ein Mitklingen bewürken können, weil dabey der eine
klingende Körper dem andern allemahl nach etlichen wenigen Schwingungen durch einen neuen
Stoß zu seinen Schwingungen beförderlich ist.
Man bemerkt ein solches Mitklingen, oder wenigstens eine starke Erschütterung auch
bisweilen bey manchen einzelnen besonders bey manchen sehr tiefen Tönen einer Orgel, oder
eines Contraviolons an den Fenstern, Wänden, Pfeilern, oder an dem Fußboden eines Gebäudes; ¬
dieses geschieht nähmlich alsdenn, wenn (wie im vorigen §. erwähnt worden,) dieser
mitschwingende Körper eine solche Beschaffenheit hat, daß er, als selbstklingender Körper
betrachtet, in derselben Geschwindigkeit würde schwingen können.
EN.
Einige Schriftsteller, wie Morhof (in seiner Dissertation: Stentor hyaloclastes,
sive de scypho vitreo per vocis humanae sonum rupto, Kil. 1683.) und Bartoli (in
trattato del suono e de' tremori armonici, Bologna 1680.) erzählen, daß gläserne Gefäße,
besonders solche, die etwas dünn und conver waren (wie die Weingläser, welche man Römer
nennt) durch heftiges und anhaltendes Hineinschreyen eines Tones nach einem vorhergegangenen
starken Klirren sind zersprengt worden. Es mußte genau eben der Ton, oder die Octave dessen
seyn, welchen das Glas geben konnte. Durch Hineinblasen desselben Tones mit einer Trompete ¬
wollte der Versuch nicht gelingen, es schien aber auch der Ton nicht genau und nicht anhaltend ¬
genug gewesen zu seyn. Bartoli erzählt, daß ein Glas auch durch denselben auf einer
Violinsaite stark angegebenen Ton zersprengt worden sey.
Anm. Ein glaubwürdiger Mann sagte mir, daß er einen solchen Versuch selbst mit angesehen habe.
Die Möglichkeit des Erfolges läßt sich wohl nicht abläugnen; indessen möchte ich doch fast vermuthen, ¬
daß Morhof, Bartoli und Andere sich etwas haben täuschen lassen, und daß der, welcher
vielleicht zu seinem Vortheile oder um Aufsehen zu machen, diese Kunst ausübte, durch einen an
dem Rande des Glases vorher mit einen Diamanten oder Feuersteine gemachten für das Auge fast