88 I. Abschn. Begriff und Wesen der dos.
dictio, bestreitet. Letzteres wird von Einigen angenommen ¬
*), doch bei weitem die Meisten sind hier der richtigen ¬
Meinung, daß die dos auch durch promissio und dictio
oder im neueren Rechte durch pollicitatio gültig constituirt
werde; wobei sie jedoch weniger auf das Wefen und die
Bedeutung der dotis datio, wovon Ulpian spricht, aufmerksam ¬
machen, als sich vielmehr damit begnügen, die einzelnen ¬
Arten der Constitution einer dos außer der promissio ¬
und dictio oder pollicitatio aufzuzählen*).
privilegium dotis in concursu
4) Cujacius, auf welchen
credijorum §. 39. und die von
allein Hasse (d. G. R. d. EhePhanuccius ¬
de Phanucciis
gatt. 1. Th. S. 274.) verweiset,
de lucro dot. in rub. S. M. 20.
behauptete, daß die dos erst durch
angeführten Schriftsteller. — Auch
factische Uebergabe bestellt oder
constituirt werde (dos non verGärtner -
und Kuntzel (J. R.
distinctionem int. dotem et parabis, -
sed re constituitur).
pherna foris Germaniac n. esse
Auch Hugo Donellus (comaccommodandam ¬
§. 3.) behaupment. ¬
jur. civil. c. 4. init.) verten, ¬
daß die dos durch die Uebertheidigte =
den Satz: „dos nisi
praesens nulla est. Durch
gabe an den Mann constituirt
I. ult. C. de don. propt. nupt.
werde.
5) Dieser Parthei gehören folveranlaßt, ¬
unterschied er zwischen
einem naturaliter und civigende -
Juristen an: Fr. Hotomanus -
disp. de dotib. 15. 59.—
liter dare. Ersteres sei vorhanden, ¬
„cum re ipsa tradiRolandi -
a Valle quaest. de
tur"; letzteres dann: „cum
lucro dotis qu. 5. 4. fl. — A.
revera tradita res non sit,
Gubertus Costanus tr. s.
tamen jure pro tradita hacomment. -
de dotib. c. 4. (1) —
beatur. Derselben Meinung
Connanus comment. jur. civil.
war auch Ant. Gubertus Colib. ¬
IV. c. 3. — Phanuccius
de Phanucciis de lucro dotis
stanus tr. s. comment. de dotibus ¬
et carum jure c. 2. 13.
in rubr. S. M. 21. (man sehe
auch die von demselben angeIn =
dem nemlichen Sinne
führten Schriftsteller.) — Camnahm -
auch Baldus Novellus
de dot. P. VIII. pr. 6. an, daß
pegius quaest, de dot. et dotis
das Eigenthum der dos auf den
constitut. et privilegiis ejus. P.
I, qu. 2.— Ang Perusius
Mann nur durch Tradition, a
die traditionis, übergehe; und
consil. 76. und 180. — Ripuarius -
in rubr. D. S. M. — Fereben ¬
so noch Andere, daß die
dos promissa feine dos sei; man
ronus tit. de dot. §. 15. A.
Gail practicar. observat. lib. II.
sehe Jäger (pr. Lauterbach)
de dotis collatione §. 43. Elobs. -
79. (vergl. auch die von
lingshauseu (pr. Brendel)
ihm aufgeführte Literatur.) —