Inhaltsverzeichnis : Mueller, Johannes: Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes des Menschen und der Thiere nebst einem Versuch über die Bewegungen der Augen und über den menschlichen Blick

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rend  o,  d  doppelt  erscheinen  müssen.  d  wird  aber  von  dem
Auge  b,  in  seiner  Sehachse  liegend,  und  ebenso  e  von  dem
Auge  a,  in  e  gesehen.  Außerdem  erscheint  dem  Auge  b  das
Bild  von  e  in  0,  dem  Auge  a  das  Bild  von  d  in  u.  Sind
nun  o  und  d  durchlöcherte  Stellen  in  einem  Papierblatte,
durch  welche  man  mit  den  Sehachsen  einen  fernern  Gegenstand ¬
  e  fixirt,  so  hat  man  das  berühmte  aber  sehr  einfache
Scheinersche  Experiment.  Alles  in  dem  Horopter  e  wird
einfach  erscheinen.  Alles  hinter  und  vor  demselben  und
also  auch  die  durchlöcherten  Stellen  erscheinen  doppelt,  und
zwar  vierfach,  wenn  sie  außerhalb  der  Sehachsen  liegen, ¬
  dreifach  aus  angegebenem  Grund,  wenn  durch  sie
selbst  fixirt  wird.  Manche  Beobachter  haben  in  dem  letztern ¬
  Falle  die  beiden  seitlichen  Doppelbilder,  weil  sie  ganz
zu  den  Seiten  der  Gesichtsfelder  undeutlich  erscheinen,
übersehen,  so  Wedel  in  einem  ähnlichen  Versuch  mit
brennenden  Kerzen,  und  Purkinje,  wie  schon  S.  78.
angeführt  worden.
In  der  Convergenz  der  Sehachsen  vor  dem  Bilde  liegen
die  einem  Auge  entsprechenden  Doppelbilder  auf  der  Seite
desselben  Auges,  umgekehrt  in  der  Convergenz  hinter  dem
Bilde.
Die  Größe  der  Doppelbilder  wird  verschieden,  sobald
der  Gegenstand  in  ungleicher  Entfernung  von  beiden  Augen ¬
  liegt,  und  zwar:  in  der  Convergenz  der  Sehachsen
vor  dem  Bilde  erscheint  unter  diesen  Umständen  jedesmal  das
äußerste  Bild  am  größten,  umgekehrt  in  der  Convergenz
der  Sehachsen  hinter  dem  Bilde.
Aendert  die  Ebene  unserer  Augen  ihre  Lage  gegen  den
wahren  Horizont,  so  verschieben  sich  die  entstandenen  Doppelbilder ¬
  schief  nach  oben  und  unten  gegen  den  wahren
Horizont.  Das  Verhältniß  der  Verschiebung  ist  gleich
dem  Verhältniß  der  Verschiebung  der  horizontalen  Augenebene ¬
  gegen  den  wahren  Horizont.  Wir  haben  alfo  bei
            
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