Volltext : Proff, Karl: Neue Beytraege zur Befoerderung und Verbesserung der Land- und Forst-Kultur

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Jn  der  Nachbarschaft  von  Städten,  *)  wo  der  Ackerbauer =
  die  Gemüsearten  theuer  verkaufen,  und  dagegen =
  sich  wohlfeiler  Dünger  kaufen  kann,  könnte  freydie =
  Hälfte  aller  Felder,  bey  jeder  Schlageintheilung  den
Körnerfrüchten  gewidmet  bleiben  sollte,  weil  dieselbe  ohnehin =
  daran  Abgang  haben;  daher  billige  ich  auch  für  diese
Gegenden  die  Eintheilungen  auf  ungleiche  z.  B.  siebenneun, =
  eilf,  dreyzehn  Schläge,  nicht,  wobey  immer  mehr
als  die  Hälfte  des  Bodens  zur  Futtererzeugung  verwendet
wird.  Eine  Ausnahme  von  diesem  Satze  mache  ich  jedoch
a)  wenn  Jemand  Ueberfluß  an  Wiesen  hat,  und  dieselbe
zur  Vermehrung  der  Ackerschläge  in  den  Fruchtwechsel  einziehen =
  will;  1)  wenn  von  neuen  Rottländern  die  Rede  ist,
welche  der  Kultur  übergeben  werden  wollen;  in  diesen  beyden =
  Fällen  muß  man  vorher  den  nöthigen  Viehstand  zur
ordentlichen  Düngung  der  Aecker  ausmitteln,  diesem  hinlängliches =
  und  vollkommenes  Futter  mit  Rücksicht  auf  die
verschiedenen  Jahrszeiten  aus  den  Ackerschlägen  verschaffen,
und  dann  den  Rest  der  Erzeugung  der  Körnerfrucht  bestimmen. =
  Jch  verweise  wegen  einiger  weitern  Ausführung  dieses =
  Gegenstandes  auf  die  vierte  Abhandlung.
*)  Den  Bewohnern  der  Gegend  um  Düsseldorf,  deren  Sandfelder =
  ohnehin  die  Folge  mehrerer  erschöpfenden  Körnersaaten =
  gar  nicht  ertragen  können,  würde  keine  Wirthschaft
vortheilhafter  seyn,  als  die  hier  nur  im  Rohen  entworfene
Wechselwirthschaft=  weil  diese  Bürger  die  Gemüsearten  und
Hülsenfrüchte,  welche  sie  zum  Wechsel  der  Körnerfrüchte  erzeugen =
  würden,  theuer  zu  verkaufen  und  sich  aus  der  Stadt
Dünger  wohlfeiler  anzuschaffen  im  Stande  sind,  auch  die
Bevölkerung  keinen  Mangel  an  Menschen  zum  Behacken  befahren =
  läßt.  Sollten  sie  befürchten,  daß  die  zu  große  Vermehrung =
  der  Gemüsearten  die  Preise  derselben  zu  sehr  herabsetzen =
  möchte,  (welches  bey  der  zunehmenden  Bevölkerung
und  dem  Zuflusse  von  Fremden  nicht  zu  erwarten  ist)  so
würden  sie  auch  durch  theilweise  Verwendung  der  gedachten
Kräuter  für  den  Viehstand,  ihren  Vortheil  unendlich  befördern, =
  weil  alle  Produkte  vom  Viehe,  und  das  gemästete
Vieh  selbst,  wofür  sich  immer  Abnehner  finden,  in  besrächtlichem =
  Werthe  sind.
            
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