thumbs : Altmütter, Georg: Beschreibung der Werkzeug-Sammlung des k. k. polytechnischen Institutes

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wird  die  Zange  bey  be  im  Feuer  erhitzt,  dann  werden  die  zu  löthenden, ¬
  mit  Leinwand  belegten  Stücke  (um  sie  nicht  unmittelbar ¬
  mit  dem  Eisen  in  Berührung  zu  bringen),  schon  gehörig
aufeinander  gepaßt,  zwischen  b  und  c  eingelegt.  Um  den  nöthigen ¬
  Druck  zu  bewirken,  spannt  man  den  Vordertheil  der  Zange ¬
  in  einen  Schraubstock,  oder  noch  besser,  man  bedient  sich
einer  eigenen  Zwinge  d,  durch  deren  Schraube  e,  das  Zusammendrücken ¬
  sehr  langsam  und  bequem  bewirkt  werden  kann.
übrigens  gehört  eine  große  übung  dazu,  den  gehörigen  Grad
der  Hitze  zu  treffen,  denn  ein  zu  geringer  ist  unwirksam,  ein
zu  großer  verbrennt  die  Masse,  macht  sie  spröde,  und  bewirkt
das  Aufspringen  der  gelötheten  Stelle.
Die  zwey  englischen  Schuhmacher=  oder  Riemerzangen,
Tafel  I,  Fig.  15  und  16,  sind  vortrefflich  zu  gebrauchen,  um
in  Lederwerk  aller  Art,  sehr  genaue  runde  Löcher  schnell  zu
erhalten.  Die  eine,  Fig.  16,  hat  einen  gehärteten,  stählernen
Stämpel  b,  der  genau  auf  ein,  im  Untertheile  der  Zange  befindliches ¬
  Loch  a  paßt.  Legt  man  auf  dieses  ein  Stück  Leder,
und  drückt  die  Zange  mit  Gewalt  zu,  so  preßt  der  untere  scharfe ¬
  Rand  von  b  ein  Scheibchen  heraus,  welches  bey  a  durchfällt, ¬
  und  das  verlangte  Loch  zur  Folge  hat.  Noch  besser  aber
wirkt  die  zweyte  Zange,  Fig.  15.  Der  Oberstämpel  ist  hier
in  einen  hohlen  stählernen  Kegel  b,  der  sowohl  bey  e,  als
unten  offen  ist,  verwandelt.  Letztere  Offnung  bildet  eine  kreisförmige ¬
  sehr  scharfe  Schneide;  das  Untertheil  aber  ist  mit  einem ¬
  Stückchen  Ochsenbein  a  belegt,  wovon  der  Grund  sogleich
einleuchten  wird.  Das  auf  a  gelegte  Leder  wird  beym  Zudrücken ¬
  der  Zange  ebenfalls  durchgeschnitten,  und  die  untere  Kante
von  b  steht  dann  auf  a  auf,  wovon  sie  nicht  leicht  abgestumpft
werden  kann.  Das  ausgeschnittene  Lederscheibchen  bleibt  zwain ¬
  der  Röhre  b  stecken,  wenn  aber  die  Operation  wiederhohlt
wird,  so  kommen  diese  Scheibchen  endlich  von  selbst  oben  bey
e  heraus.  Die  Arbeit  geht  sehr  schnell,  sowohl  weil  man  diese
Lederstückchen  nicht  erst  besonders  aus  der  Röhre  zu  nehmen
braucht,  als  auch  weil  nach  jedem  Drucke  die  Federc  die  Zange ¬
  wieder  von  selbst  öffnet.  Beyläufig  bemerke  ich,  daß  die
            
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