Object : Erster Band (1)

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Vom  Zeugenden.
man  denn  auch  sieht,  daß  die  zellgewebige  Scheide,  in  welcher  sie
durch  den  Leistenring  gehen,  (eben  so  wie  die  Fortsetzung  des  Bauchfells ¬
  in  die  Scheidenhaut)  vor  der  Geburt  offen  ist  und  nach  derselben ¬
  sich  schließt.  Noch  befriedigender  aber  ist  die  von  Meckel  (Nr.
159.  II.  2.  Heft  S.  188  fgg.)  aufgestellte  Ansicht,  daß  das  runde
Band  des  Fruchthälters  dem  Leitbande  des  Hoden  (gubernaculum
Hunteri)  analog  ist.  Beiderlei  Gebilde  nämlich  sind  von  Zellgewebe
gebildet,  bekommen  Fasern  von  den  Bauchmuskeln,  treten  durch  den
Bauchring,  und  verlieren  sich  in  den  Schamlippen  und  dem  Hodensacke. ¬
  Beide  gehen  ursprünglich  von  den  Leitern  aus,  bei  weiblichen
Embryonen  vom  Fruchtleiter,  bei  männlichen  vom  Samenleiter;  wie
äber  mit  fortschreitender  Entwickelung  des  Embryo  die  Geschlechtsverschiedenheit ¬
  sich  mehr  ausbildet  und  dort  der  Fruchthälter,  hier
der  Hode  das  Herrschende  wird,  so  werden  jene  Gebilde  von  den
herrschenden  Organen  angezogen:  das  runde  Band  heftet  sich  nun
an  den  Fruchthälter  unter  der  Einmündung  des  Fruchtleiters  und
das  umgestülpte  Leitband  wird  zum  Cremaster  und  zu  der  daran  liegenden ¬
  zellgewebigen  Hülle  des  Hoden.  /  Das  runde  Band  ist  also
ein  Theil  des  Samenstranges  und  ein  Cremaster  des  Fruchthälters,
wie  schon  Wrisberg  (Nr.  156.  S.  303)  angedeutet  hatte:  der
Grund  dieser  Metamorphose  aber  liegt  in  der  eigenthümlichen  Bedeutung ¬
  des  Fruchthälters,  im  Gegensatze  zum  Hoden.
§.  121.  Blicken  wir  endlich  noch  auf  die  Verhältnisse  dieser  Sphäre
auf  den  verschiedenen  Stufen  der  Thierreihe,  so  finden  wir,  daß
auf  einer  niederen  Stufe  die  hierher  gehörigen  Organe  zuvörderst
noch  den  übrigen  Organen  mehr  gleich  sind,  wie  denn  namentlich
der  Fruchthälter  bei  den  Säugethieren  mehr  oder  weniger  noch  dem
Darme  ähnelt;  sodann,  daß  sie  bei  beiden  Geschlechtern  einander
mehr  ähnlich  sind.  a)  Bei  den  niederen  Thieren,  wo  eine  äußere
Befruchtung  Statt  findet,  ist  der  Eileiter  gleich  dem  Samenleiter
bloß  ein  Egestionsorgan;  bei  den  Thieren,  welche  innerlich  befruchtet
werden,  ist  er  ihm  unähnlich,  indem  er  zugleich  als  ein  Ingestionsorgan ¬
  wirkt.  Da  die  letztere  Form  auch  bei  niedrigeren  Thieren
vorkommt,  so  wäre  es  denkbar,  daß  auf  einem  Puncte  eine  Mittelstufe ¬
  sich  fände,  wo  der  Eileiter  bloß  die  mannähnliche  Egestion  (das
Eierlegen)  vollzöge,  und  die  ganz  eigentlich  weibliche  Ingestion  einem
            
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