- 63 -(vgl. -
dazu auch zum Beispiel Preiser, 1982; sowie die Falldarstellung in
Kap. 6).
1.3.5.3 Kognitive Differenziertheit und Kontrollbewußtsein
Die folgenden Überlegungen richten sich auf das Verhältnis von kognitiver -
Differenziertheit und bestimmten Formen von Kontrollbewußtsein. Wie
aus den bisherigen Ausführungen deutlich geworden sein dürfte, drückt sich
in einer deterministisch-rigiden Form des Kontrollbewußtseins ein solches
Verständnis aus, in dem Person-Umwelt-Verhalten-Beziehungen als einfach
und universalistisch strukturiert erscheinen. Das Leben stellt sich entweder -
als durchgängig selbstbestimmt oder als durchgängig außenbestimmt dar.
Dagegen drückt sich bei interaktionistisch-flexiblem Kontrollbewußtsein
ein weitaus komplexeres und stärker differenzierendes Verständnis dieser
Beziehung aus. Anteile der Person und Anteile der Umwelt drücken sich im
Verhalten aus, wobei ihr jeweiliges Gewicht von Situation zu Situation
variiert.
Es ist deshalb naheliegend zu fragen, ob eine wenig differenzierte
(und damit häufig simplifizierende) Sicht der Dinge, wie sie sich in deterministisch-rigidem -
Kontrollbewußtsein ausdrückt, einhergeht mit einer geringen -
Differenziertheit auch hinsichtlich anderer Orientierungen desselben -
Individuums wie zum Beispiel einem Denken in dichotomen Gegensätzen
(schwarz - weiß, gut - böse, oben - unten). Umgekehrt ist zu fragen, ob
eine interaktionistisch-flexible Form des Kontrollbewußtseins eine generell -
hohe Differenziertheit repräsentiert und ob sie ein gewisses Niveau
an kognitiver Differenzierungsfähigkeit voraussetzt. Ist also eine bestimmte -
Form des Kontrollbewußtseins abhängig von einem bestimmten Grad
an individueller kognitiver Differenzierungsfähigkeit? Sind deterministisch-rigide -
Formen auch bei einer ansonsten differenzierten Sicht des