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Der Wiesenbau.
drängen die besseren Wiesenpflanzen die schlechteren. Nur bei dem sauren Humus
der Moorwiesen und der Binsengründe macht es einen Unterschied, indem diese
zuweilen sehr ergiebig sind, dabei aber schlechte Gräser tragen. Auch kann sich
zuweilen ein besonderes Unkraut in einer sonst fruchtbaren Wiese eingenistelt
haben, welches das Heu verschlechtert.
Auf die Beschaffenheit der Grunderde kommt es bei den Wiesen weniger wie
beim Ackerlande an. Wenn sie nur die gehörige Feuchtigkeit und hinreichenden
milden auflöslichen Humus besitzen, so ist es gewissermaßen gleichgültig, ob sie
sandigen oder thonigen Boden haben. Ich sage unter jener Bedingung. Denn
wenn es ihnen an Feuchtigkeit fehlte, so würde die thonigte Erde; wenn sie deren
zu viel hätten, die sandige besser seyn. Auch braucht der Boden auf hinlänglich
feuchten Wiesen nicht tief mit Humus durchdrungen zu seyn, indem die Gräser
ihre Nahrung größtentheils aus der Oberfläche ziehn, und nicht leicht über 4 Zoll
mit ihren Wurzeln eindringen. Auf trocknere Wiesen trägt dagegen eine tiefere
fruchtbare Erde, selbst durch Erhaltung der Feuchtigkeit, zu größerer Produktion
allerdings bey.
§. 318.
Die vorzüglichsten Wiesenpflanzen, welche die fruchtbarsten Wiesen haupt=Wiesenpftanzen ¬
erster Art.
sächlich einnehmen, und durch üppigen Wuchs die Fruchtbarkeit derselben anzeigen, ¬
sind folgende:
Wiesenfuchsschwanz — Alopecurus pratensis.
Wiesenrispengras, das glatte — Poa pratensis.
das rauhe — Poa trivialis.
Ein reicher Bestand von diesen Gräfern zeigt vor allem eine hohe Fruchtbarkeit =
der Wiesen an.
das jährige — Poa annua.
Wasserrispengras, Militz — Poa aquatica.
An feuchten Stellen das vorzüglichste Gras, seines schilfartigen Ansehens
ungeachtet.
Wiesenschwingel — Festuca elatior,
Schwädengras — Festuca fluitans.
An feuchteren Stellen,