Zweite Abth. Erster Abschnitt.
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Stärke erhalten werden, und die Flüsse anschwellen. Die
Rhone steigt regelmäßig vom Mai bis in den August, und
fällt so in den Wintermonaten. Diese Phänomene widerlegen ¬
nun zwar jene Einwendung, scheinen doch aber die Verdichtung ¬
der Dünste nicht als die einzige Ursach der Quellen
anzugeben.
Ob nun gleich der Ursprung der Quellen hauptsächlich
in dem Wasser der Atmosphäre zu suchen ist: so giebt es
aber doch noch andere Ursachen, welchen die Quellen, in besondern ¬
Fällen, ihre Entstehung und Unterhaltung schuldig
sind. Hieher gehört nun das Durchseihen des Wassers in
der Nähe des Meeres, ferner die Ansdünstung des Wassers
an gewissen Stellen der Erde, und wer weis, ob die Natur
nicht noch andere Mittel hat, diese Absicht zu erreichen.
Quellen, die von dem Durchseihen des Wassers entstehen, ¬
hat uns die Erfahrung kennen gelehrt. Cäsar, als er
Alexandrien belagerte, ließ nach Hirtius Berichte *) am
Ufer des Meeres Brunnen graben, aus welchen er ein trinkbares ¬
Wasser erhielt. Hieher gehören unstreitig auch die
Quellen, welche mit der Fluth und Ebbe steigen und sinken.
Schon Plinius 2) gedenkt einiger in der Gegend von Cadix, ¬
und an anderen Orten Spaniens befindlich; andere, z.
B. in Wallis, Island und bei Calais lehren uns Varenius ¬
s) und Dodart 4) kennen. Norwood 5) erzählt,
daß es auf den bermudischen Inseln Brunnen gebe, die mit
dem Meere steigen und fallen, daß ihr Wasser süß oder salzig ¬
sey, je nachdem es einen dichtern oder lockerern Boden
durchdringe. Aus einer Quelle bei Bergen op Zoom treibt
1) De bello alexandrino Cap 8. 9.
2) Hist. nat. lib. II. C. 97.
3) Geo. gen. C. 17.
4) Du Hamel. hist. acad, reg. Sc. Sect. II. Cap. g. §. 2.
5) Phil, Trans. abr. Vol. e. pag. 289.