Contents : Chladni, Ernst Florens Friedrich: Die Akustik

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  gemacht.  Vorher  hat  besonders  Neidhard  in  seiner  mathematischen  Abtheilung  des
Monochords  1732,  viel  Richtiges  darüber  gesagt.  Tiberius  Cavallo  hat  auch  in  seinem  Aufsatze  of
those  musical  instruments,  in  which  the  tones,  keys  and  frets  are  fixed,  in  den  Philosoph.  Transact. -
  Vol.  LXXVIII.  for  1788.  p.  II.,  die  Lehre  von  der  gleichschwebenden  Temperatur  vorgetragen.
Lambert  hat  in  seinen  Remarques  sur  le  tempérament  en  musique  in  den  Mém.  de  l’Acad.  de
Berlin  1774,  welcher  Aufsatz  auch  in  Marpurgs  historisch=kritischen  Beiträgen  zur  Aufnahme ¬
  der  Musik  im  6ten  Stücke  des  5ten  Bandes  ins  Deutsche  übersetzt  ist,  gezeigt,  daß  7  reine
Quinten  in  dem  Verhältnisse    +  eine  reine  große  Terz    das  Verhältniß  einer  gleichschwebend  temperir16384 ¬

ten  Quinte  15  geben,  indem  7  reine  Quinten  um  eben  so  viel  zu  hoch  sind,  als  eine  reine  große
Terz  zu  tief  ist,  wovon  Marpurg  im  18ten  Abschnitte  seines  Versuches  über  die  Temperatur  practischen  Gebrauch ¬
  bei  der  Stimmung  zu  machen  lehrt,  welches  ich  aber  nicht  für  rathsam  halte,  weil  man  bei  der  Stimmung ¬
  so  vieler  Töne  als  hier  nöthig  sind  nie  gewiß  seyn  kann,  ob  man  jeden  vollkommen  rein  gestimmt  habe,
indem  das  Ohr  ganz  kleine  Abweichungen  von  der  wahren  Reinigkeit  nie  bemerkt.  Wie  die  gleichschwebende ¬
  Temperatur  geometrisch  oder  wenigstens  mechanisch  construirt,  d.  i.  das  Verhältniß  der  Töne  durckh
Linien  ausgedrückt  werden  könne,  hat  Moses  Mendelsohn  in  Marpurgs  historisch-kritischen  Beiträgen ¬
  zur  Aufnahme  der  Musik  im  2ten  Stücke  des  5ten  Bandes  gezeigt,  es  lehrt  auch  Sturm
in  seiner  deutschen  Uebersetzung  des  Archimedes,  in  den  Anmerkungen  zu  dem  ersten  Lehrsatze  des  2ten
Buches,  wie  auf  verschiedene,  von  ältern  Mathematikern  schon  angegebene,  Arten  zwischen  zwei  Linien
mehrere  Mittelproportionalen  können  gefunden  werden.  Im  5ten  Bande  der  Abhandlungen  der  Schwedischen ¬
  Academie  der  Wissenschaften  hat  Strähle  die  geometrische  Construction  einer  seiner  Meinung  nach
gleichschwebenden  Temperatur  angegeben,  Faggot  hat  sie  berechnet,  es  ist  aber  die  ganze  Rechnung
unrichtig  ausgefallen,  weil  er  gleich  bei  einem  der  ersten  Dreiecke  durch  Verwechselung  der  Columnen  in
den  trigonometrischen  Tafeln  Logarithmen  der  Sinus  anstatt  Logarithmen  der  Tangenten  genommen  hat;
wenn  man  aber  auch,  wie  Funk  in  seiner  Abhandlung  de  sono  et  tono,  die  Rechnung  richtig  führt,  so
kommt  doch  eine  sehr  ungleichschwebende  Temperatur  heraus,  wo  sogar  4  Quinten  g:  d,  gis  :  dis,  a  :  e,
und  b:f  über  sich  schweben.  Aus  den  Mémoires  concernant  les  Chinois  tom.  VI.  par  Amiot
(Paris  1780.)  P.  II.  art.  3.  ist  zu  ersehen,  daß  auch  die  Chinesen  sich  der  gleichschwebenden  Temperatur ¬
  bedienen;  die  dort  angegebenen  Längen  der  Pfeifen  kommen  ganz  damit  überein,  und  auf  der  21sten
Kupfertafel  sind  die  12  Lu  oder  halben  Töne,  welche  von  den  ältern  Chinesen  sehr  ungleich  angenommen
wurden,  von  den  neuern  Chinesen  folgendermaaßen  nach  den  Saitenlängen  berechnet  angegeben:
—  10,000,000,000,
=  9,438,704,312,
—
8,908,908,718,
gis
—  8,408,906,415
7,937,000,525
7,491,503,538,
7,071,006,781,
6,674,109,927,
cis
=  6,299,600,524,
—  5,946,003,557,
e
—  5,612,301,024,
—  5,297,301,547,
—,  5,000,000,000,
2.  Anm.  Bei  der  practischen  Ausübung  des  Stimmens  ist  es  hinlänglich,  wenn  man  jede  Quinte  ein  klein
wenig,  so  daß  es  kaum  bemerkbar  ist,  abwärts,  und  jede  große  Terz  ein  wenig  aufwärts  schwebend  stimmt;
wenn  man  dadurch  auch  nicht  immer  die  gleichschwebende  Temperatur  vollkommen  erreicht,  so  wird  man
doch  sich  ihr  so  nähern,  daß  der  Unterschied  unbeträchtlich  seyn  wird,  und  wenigstens  allemal  eine  bessere
            
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