Fünfte Abth. Vierter Abschnitt.
654.
Eismeere. Auf den Seiten gegen Westen und Osten sind
die Gestade von Amerika und Asien seine Grenzen. In
Südwesten hat sich seiner Gewalt die Felsenreihe des Indischen ¬
Archipels entgegen gestellt, an welcher die Wogen sich
brechen, und durch die Kanäle zwischen den Inseln sanfter
in den Indischen Ocean hinein strömen; in Südosten verbindet ¬
es die Magellanische Straße mit dem Aethiopischen
Meere.
Dieser weit ausgedehnte Ocean läßt sich in drei besondere ¬
Meere theilen, nemlich a) in die Nordsee, b) in die
Mittelsee und c) in die Südsee des großen Oceans.
Die Nordsee des großen Oceans. Sie reicht von
Behringsstraße bis zum Wendezirkel des Krebses, und liegt
folglich in der nördlichen gemäßigten Zone. Auf ihr wehen
veränderliche Winde, worunter jedoch die westlichen die herrschenden ¬
sind.
Als Theile dieses Meeres merken wir an:
In Norden:
A. Das nördliche Inselmeer, auch das Meer von
Kamtschatka genannt. Oben verbindet es die Behringsstraße, ¬
oder, nach einer ältern Benennung, die
Meerenge Anian, welche Büsching mit dem Namen
die Cooksstraße bezeichnet wissen will, mit dem nördlichen ¬
Eismeere. Diese Meerenge befindet sich zwischen
der Tschutkischen Landecke, oder dem Nordcap, auf der
Seite Asiens, und einer Spitze des festen Landes von
Amerika, dem Cap des Prinzen von Wales, zwischen
dem 65 und 66 Gr. N. Br. Nach den Berichten und
Charten von den Entdeckungen in diesen Gegenden fällt
die Spitze Asiens in den 2084 Grad, so wie die gegen
über liegende unter den 2091 Grad der Länge des Meridians ¬
von Ferro. Solchemnach enthält die Breite der
Straße einen Grad, welchen die Russischen Charten auf
vier bis fünf Grade bestimmen. In Westen wird das