Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
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den  daselbst  in  einen  feinen  Dunst  zerstiebet,  und  wirbelten
in  Schneckengängen  gegen  die  Wolken  hinan.  Der  Nähe
dieses  Dunstes  war  es  unstrettig  zuzuschreiben,  daß  wir  die
Säule,  welche  in  dieser  Wasserhose  entstand,  nicht  zu  sehen
bekamen.  Wir  vernahmen  dabei  ein  Getöse,  gleich  dem
Rauschen  der  Wasserfälle  in  tiefen  Thälern.  Der  bewegte
Raum  auf  dem  Meere  kam  uns  jetzt  immer  näher,  und
stand  endlich  gerade  dem  Schiffe  über,  in  einer  Weite  von
nicht  mehr  als  zweihundert  Klaftern.  Zu  gleicher  Zeit  fielen
etliche  Hagelkörner  auf  das  Verdeck,  und  wir  erblickten  hinter ¬
  der  nemlichen  Wasserhose  noch  eine  zweite.  Es  entstand
nemlich,  wie  zuvor,  ein  Nebel  von  weißem  Dunste,  der  sich
schlängeind  aufwärts  wirbelte,  und  eine  nach  oben  hin  allgemach ¬
  sich  schmälernde  Gestalt  annahm.  Eine  lange  schlanke
Wolke,  die  nach  unten  hin  am  dünnsten  war,  schien  zur
aufsteigenden  Säule  herab  und  ihr  entgegen  zu  kommen.
Sie  vereinigten  sich  bald,  und  bildeten  einen  langen  aufrecht
stehenden  Cylinder,  dessen  Bewegung  nach  Südosten  ihm  in
kurzer  Zeit  eine  krumm  gebogene  Gestalt  gab.  Endlich  brach
er  wieder,  und  in  dem  Augenblicke  der  Trennung  sah  man
in  der  Nähe  blitzen,  ohne  daß  ein  Donnerschlag  gehört  wurde.
Die  nähere  Wasserhose  war  nur  kurz  vorher  verschwunden.
Jetzt  war  es  genau  fünf  Uhr,  und  das  Thermometer  zeigte
54  Grad.  Während  dieses  Phänomens  hatte  es  mehrmalen
geregnet."
Man  hat  verschiedene  Hypothesen  ersonnen,  die  Entstehungsweise =
  dieser  Naturbegebenheit  zu  erklären,  und  die
Sache  ist  um  so  schwieriger,  da  die  Wasserhosen  auf  dem
Meere  nicht  solche  Wirkungen  hervorbringen,  welche  bleibend
sind,  und  sich  nach  überstandener  Gefahr  ruhig  untersuchen
lassen.
Die  erste  dieser  Theorien  ist  diejenige,  welche  diese  Meteore ¬
  von  Luftwirbeln  abhangen  läßt,  die  sich  in  der  Atmosphäre ¬
  so  erzeugen,  wie  die  Wirbel  im  Wasser;  und  wirklich, ¬

            
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