Merastundel.
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Klippen, die in der Mite des Kanals auf dem Grunde des
Meeres aufgestellet sind, durch ihren Widerstand nichts weiter ¬
verursachen, als daß das Wasser um so viel heftiger
schaumt und sprudelt.
Die Entfernung der Charybdis von den Wirbeln der
Scylla wird insgemein auf neun Italienische Meilen angegeben. ¬
Sie liegt bei der Spitze, welche die schmale Landzunge ¬
ausmacht, die den Hafen von Messina bildet, und
zwar auf der linken Seite ).
Der Wirbel der Charybdis ist eben so wenig, als die der
Seylla die Folge eines unter ihm befindlichen Schlundes in
dem Boden des Meeres. Wenn, wie es beim ersten Anblicke ¬
scheint, sich hier tiefe Abgründe befinden, so sind diese
die Wirkung des Wirbels, keinesweges aber die Ursach desselben: ¬
denn es ist bekannt, daß das strömende Wasser, wenn
es sich an etwas, zumal unter einem schiefen Winkel bricht,
große Vertiefungen auszuwaschen vermögend ist. Um sich
von der Wahrheit noch mehr zu überzeugen, darf man nur
erwägen, daß dieser Wirbel bei stillem Meere und langsam
laufenden Strome schwächer und kaum sichtbar ist. Rührte
er von Schlünden unter dem Meere her, so müste er zu dieser ¬
Zeit sich viel heftiger äußern, weil das aus dem Strome
gerissene Wasser durch nichts gehindert wird, sondern sich in
aller Geschwindigkeit herum drehen, und die Kraft seiner
Schwere ganz ausüben kann.
Der Strom des Meres, welcher unruhig durch die
Mitte des Kanals läuft, ist auch hier die Hauptursach des
Wirbels. Er richtet seinen Lauf gerade auf die Spitze der
Landzunge, welche den Hafen von Messina einschließt, und
indem er auf selbige unter einen spitzigen Winkel stößt,
wird er gebrochen, und bildet einen Refrationswinkel, wel» ¬
Scylla latus dextrum, laevum irrequieta Charybdis
Infestat.
Ovid.