Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
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die  Durchfahrt  zwischen  den  Lofoden  und  der  Insel  Wäron.
Hieher  dringt  das  Wasser  mit  Gewalt,  um  das  Meer  zu
erreichen,  und  hier  ist  es,  wo  der  Strom  der  Fluth  begegnet. ¬
  Im  Anfange  der  Fluth  hindert  diese  den  Strom  nicht
gerade  gegen  dieselbe  südwärts  zu  streichen:  wenn  sie  aber
bis  zur  Hälfte  gestiegen  ist,  bekömmt  sie  eine  größere  Kraft,
sich  dem  Mahlstrome  zu  widersetzen.  Sie  zwingt  das  äußerste ¬
  Ende  desselben  auszuweichen,  und  zwar  nach  derjenigen ¬
  Seite  hin,  wo  kein  Land  ihr  Widerstand  leistet,  und
das  Wasser  am  niedrigsten  ist,  d.  i.  gegen  Westen.  Je  mehr
nun  die  Fluth  anwächst,  desto  mehr  wird  auch  die  Richtung
des  Wassers  verändert;  der  Strom  geht  also  auf  die  vorhin
erwähnte  Weise  gegen  Norden,  wo  er  mit  der  Fluth  in
einer  Richtung  kommt,  und  so  lange  darin  bleibt,  bis  die
Fluth  halb  gefallen  ist,  indem  das  angeschwollene  Wasser
nicht  so  bald  abgeführt  wird,  und  indeß  höher  steigt,  als  das
Meer  an  der  Seite  der  Inseln.
Im  zweiten  Falle  läßt  sich  die  Strömung  ungefähr  auf
eben  diese  Art  erklären.  Sobald  das  Meer  wieder  aufgehört ¬
  hat  zu  fluthen,  fängt  es  an  zu  fallen,  und  zwar  von
Norden  nach  Süden.  Nun  liegen  die  Lofoden  in  einer  geraden ¬
  Linie  nach  West=Süd=West  hingestreckt.  Gegen  dieselben, ¬
  das  Land  und  den  Strom,  welcher  seinen  Lauf  noch
nördlich  hält,  wird  das  Wasser  aufgethürmt.  Sobald  nun
das  Meer  in  der  Ebbe  gefallen  ist,  und  eine  große  Menge
Wasser  aus  dem  nördlichen  Meere  sich  wieder  gesammelt
hat,  giebt  der  Strom  nach,  wendet  sich  von  Norden  nach
Südwesten  (denn  in  Nordosten  liegen  ihm  die  Lofoden  im
Wege)  und  so  weiter,  bis  er  nach  Süden  gelangt.  Doch
fällt  er  in  seinem  Laufe  nach  Süden  nicht  eher,  als  bis
das  Meer  aufs  neue  halb  gestiegen  ist,  und  der  Umlauf  wieder ¬
  anfängt.
Wenn  der  Strom  am  heftigsten  ist,  macht  er  Wirbel
von  ansehnlicher  Größe,  die  aber  zum  Theil  vom  obersten
            
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