Metadata : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Erste  Abth.  Das  Wasser  überhaupt.
46
Böden,  sobald  das  Wasser  zur  Ruhe  kommt.  Da  solche
Wasser  mit  ungleichartigen  oder  ungleich  dichteren  Materien
in  Verbindung  treten,  so  werden  die  Lichtstrahlen  daran  auf
verschiedene  Weise  gebrochen,  und  sie  erscheinen  daher  mehrentheils ¬
  trübe.  Ganz  anders  verhält  es  sich  mit  der  Auflösung. ¬
  Hierdurch  entsteht  eine  unter  sich  durchaus  gleichartige ¬
  Masse:  daher  sie  jederzeit  klar  und  durchsichtig  sind.
Die  dem  Wasser  beigemischten  fremden  Substanzen,  haben ¬
  entweder  eine  organische  oder  mineralische  Natur,  oder
es  sind  Luft=  und  Gasarten.  Die  organischen  Stoffe  sind
in  ganz  hellen  und  durchsichtigen  Wassern  auf  das  feinste
zertheilt,  weder  durch  den  Geschmack  noch  durch  den  Geruch ¬
  im  mindesten  bemerkbar.  Sie  gehen,  wenn  das  Wasser
auch  durch  zehen  und  mehrere  Lagen  Tuchs  geseihet  wird,
mit  durch,  und  sondern  sich  aus  den  geseiheten  Wassern  in
eben  der  Menge  ab,  als  aus  den  ungeseiheten.  Sie  sind
darin  vollkommen  aufgelöset,  und  am  gemeinsten  in  Regenwasser, ¬
  besonders  dem,  welches  bei  einem  Gewitter  fällt,
wie  auch  in  Wassern,  welche  der  Luft  ausgesetzt  sind,  häufiger ¬
  als  in  anderen.  Unstreitig  erhält  das  Wasser  diese  Materien ¬
  aus  der  Atmosphäre.  Alle  organische  Körper  dünsten
sehr  stark  aus,  und  der  Luftkreis  empfängt  von  ihnen  beständig, ¬
  mit  den  Wassertheilchen,  auch  zugleich  eine  große  Menge
thierischer  und  Pflanzenstoffe,  welche  die  Luft  verschluckt  und
auf  das  feinste  zertheilt.  Diese  Materien  führt  nun  die  Luft
dem  Wasser  zu,  welche  es  berührt  und  es  vermischt  sich  damit. ¬
  Sie  machen  eigentlich  die  Nahrung  der  Pflanzen  aus,
und  ihnen  muß  es  zugeschrieben  werden,  daß  das  Wasser
fault:  denn  nur  allein  organische  Stoffe  sind  der  Fäulniß
unterworfen.
Wenn  das  Wasser  anfängt  zu  faulen,  wird  es  erst
trübe.  Die  organischen  Substanzen  sondern  sich  zum  Theil
davon  ab,  häufen  sich  zusammen  und  bilden  allerlei  pflanzenähnliche ¬
  Massen,  welche  oft  bei  großer  Wärme  durch  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer