Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Dritter  Abschnitt.
Fürste  Abth.
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der  einen,  und  der  Mond  auf  der  audern  Seite  der  Erde.
Auf  derjenigen  nun,  welche  vom  Monde  abgekehrt  ist,  muß
das  Wasser,  welches  wegen  seiner  geringen  Schwere  gegen
diesen  Planeten  zurück  bleibt,  durch  die  Wirkung  der  Sonnenattraction ¬
  noch  mehr  gehoben  werden.  Diese  beiden  Körper ¬
  wirken  also  in  gerader,  wiewohl  entgegen  gesetzten  Richtung, ¬
  welches  denn  den  Erfolg  hat,  daß  die  Erhöhung  auf
beiden  Seiten  größer,  und  die  Achse  der  Ellipse  länger
  wir
In  den  Vierteln  sind  die  Sonne  und  der  Mond  am
weitesten  von  einander  entfernt,  und  muß  also  die  beschriebene ¬
  Wirkung  erfolgen.
Hieraus  ergiebt  sich  nun,  daß  Ebbe  und  Fluth  vom
Neumonde  bis  zum  ersten  Viertel  nach  und  nach  kleiner
werden  müssen,  weil  alsdann  die  Wirkungen  der  Sonne
und  des  Mondes  allmählig  weniger  übereinstimmen,  und
immer  mehr  gegen  einander  streiten;  daß  sie  vom  ersten  Viertel ¬
  bis  zum  Vollmonde  zunehmen  müssen,  weil  die  Wirkungen ¬
  beider  Himmelskörper  immer  harmonischer  werden.  Aus
einem  gleichen  Grunde  wird  diese  Bewegung  des  Meeres
vom  Vollmonde  bis  zum  letzten  Viertel  immer  kleiner,  und
von  diesem  bis  zum  Neumonde  immer  größer.
Der  Mond,  wenn  er  um  die  Erde  geht,  beschreibt  auf
seiner  Bahn  eine  Ellipse,  woraus  denn  folgt,  daß  er  zu  gewissen ¬
  Zeiten  der  Erde  näher  seyn  muß,  als  zu  anderen.
Dieses  hat  nun  auf  die  Größe  der  Fluthen  einen  bedeutenEinfluß, ¬
  indem  sie  sich  desto  höher  erheben,  je  näher
den
der  Mond  der  Erde  ist,  und  desto  niedriger  werden,  je  weiter ¬
  er  sich  von  der  Erde  entfernt.  Die  gröste  Erdnähe  verhält ¬
  sich  zur  grösten  Erdferne  wie  8  zu  7.
Weil  nun  die  Ufer  des  Meeres  sehr  unregelmäßig  gestaltet ¬
  sind,  und  das  Meer  selbst  eine  sehr  verschiedene  Tiefe
hat;  weil  das  Wasser,  wie  wir  bereits  angemerkt  haben,  in
den  Bayen  und  Meerengen  auf  eine  verschiedene  Weise
            
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